Einigung

Regierung will Fracking prinzipiell erlauben

Die Gasförderung in Deutschland mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Methode soll in Deutschland künftig unter strengen Vorgaben möglich sein. Darauf einigten sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, wie aus einem gemeinsamen Brief beider Ressortchefs vom Montag an die Bundestagsfraktionen hervorgeht.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Berlin/Mannheim (AFP/dapd/red) - Die Verordnung soll noch vor der Sommerpause in Kraft treten. Vorgesehen ist demnach ein Verbot von Fracking in Trinkwasserschutzgebieten. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) einigten sich demnach außerdem darauf, dass es bei allen Vorhaben Umweltverträglichkeitsprüfungen geben soll.

80 Prozent der Fläche freigegeben

Die Grünen kritisierten die Einigung. "Der Ausschluss von Trinkwasserschutzgebieten ist nicht mehr als eine Show nach dem Motto: 'Wir tun etwas', sagte der Sprecher für Energiewirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, am Dienstag in Berlin. Im Umkehrschluss bedeute dies nichts anderes, "als dass auf über 80 Prozent der Landesfläche in Deutschland gefrackt werden darf".

"Bedeutsame Ressource"

Die Energieressource wird in dem Papier als "sehr bedeutsam" bezeichnet. In Deutschland finden sich schwer zugängliche Schiefergasvorkommen über das Land verteilt in verschiedenen Regionen, unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge lagern unter der Oberfläche bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Gas aus solchen Vorkommen. Damit könnte Deutschland über ein Jahrzehnt ohne Lieferungen aus dem Ausland auskommen.

Fracking ist hoch umstritten

Die Abbaumethode ist aber umstritten. Der Begriff steht kurz für "hydraulic fracturing", was so viel wie hydraulisches Aufbrechen bedeutet. Dabei wird Flüssigkeit in das Gestein gepresst und dadurch Druck erzeugt, um Öl und Gas freizusetzen. Kritiker bemängeln unter anderem den Einsatz von Chemikalien, in denen sie eine Gefahr für das Trinkwasser sehen.

Derzeit gar nicht wirtschaftlich?

Kürzlich zeigte eine Studie, dass die Ausbeutung schwer zugänglicher Gasvorkommen mittels Fracking in Deutschland und der EU weit entfernt von wirtschaftlicher Rentabilität sei. Bei den aktuellen Gaspreisen würde sich der Einsatz der umstrittenen Methode "überhaupt nicht lohnen". Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Anfang des Monats in Mannheim mit. Erst wenn die Preise für konventionell gefördertes Gas "deutlich stiegen, wäre eine Förderung in der EU wirtschaftlich sinnvoll".

Quelle: AFP