Programm vorgestellt

Regierung will Biokraftstoffe stärker fördern

Die Bundesregierung hat ein Programm zur stärkeren Förderung von Biokraftstoffen vorgestellt. Herausragende Ziele seien die Erhöhung der Beimischungsgrenze von Bioethanol zu Ottokraftstoff von derzeit maximal 5 auf 10 Volumenprozent und die Erhöhung der Biodieselbeimischung auf 7 Volumenprozent.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Höhere Beimischungen seien derzeit aufgrund der Qualitätsanforderungen der Autoindustrie an den Kraftstoff technisch nicht möglich. Das Förderprogramm sei vom Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen mit der Automobilindustrie, der Mineralölindustrie, der Landwirtschaft sowie der Biokraftstoffindustrie erarbeitet worden.

Die Förderung von Biokraftstoffen bedeute "eine große Chance für die Wirtschaft und zugleich für die Entwicklung im ländlichen Raum", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung des Programms. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, es werde gesetzlich sichergestellt, dass Biokraftstoffe signifikant zur CO2-Reduktion beitragen. Außerdem werde dafür gesorgt, dass importierte Biomasse zukünftig nur dann eingesetzt werden darf, wenn sie nachhaltig angebaut worden ist. "Es kann nicht sein, dass anderswo auf der Welt Wälder gerodet und Moore trockengelegt werden, um Palmöl anzubauen, das dann bei uns als vermeintlich klimafreundlicher Rohstoff eingesetzt wird", sagte Gabriel.

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, sagte, die deutsche Branche sei mit dieser bislang weltweit einmaligen Vereinbarung in die Offensive gegangen. "Wir setzen insbesondere auf Biokraftstoffe der 2. Generation, die nahezu CO2-neutral sind und nicht in die Nahrungsmittelkette eingreifen. Damit sichern wir individuelle Mobilität auch für eine Zeit, in der die fossilen Energieträger knapper und teurer werden", unterstrich Wissmann.

Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, bewertete positiv, dass zur Erreichung der Ziele keine Festlegung auf bestimmte Technologien erfolgten. "Alle Beteiligten haben sich nun für einen technologieoffenen Ansatz ausgesprochen", so könnten die "ehrgeizigen Biokraftstoffziele mit möglichst geringer Kostenbelastung für die Verbraucher"erreicht werden.