Strom-News
ModellrechnungenLaut einem Zeitungsbericht lässt die Regierung gerade vier verschiedene Atomausstiegs-Szenarien durchrechnen, darunter ist auch ein Modell mit einem um 20 Jahre verlängerten Ausstieg. Die Modelle sind Teil eines Gutachtens, dessen erste Ergebnisse in diesem Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.
Frankfurt/Berlin (red) - Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge hält die Bundesregierung eine Verlängerung der Restlaufzeiten von deutschen Reaktoren um bis zu 20 Jahre für möglich. Unter Verweis auf Regierungskreise schreibt die Zeitung, ein solches Szenario solle zumindest im Hinblick auf zu erwartende volks- und energiewirtschaftliche Konsequenzen geprüft werden. Darauf hätten sich Wirtschaftsminister Brüderle und Umweltminister Röttgen am Mittwoch geeinigt.
In dem Gutachten soll aber laut FAZ nicht nur ein solches 20-Jahres-Modell durchgerechnet werden, sondern insgesamt vier verschiedene Szenarien - eine Verlägerung der Laufzeiten um fünf, um zehn, um 15 und um 20 Jahre. Diese Modelle sollen den bisherigen Planungen gegenübergestellt werden, also den von der rot-grünen Koalition festgelegten Ausstiegplänen - einer Abschaltung der Meiler bis 2022. Laut dem Zeitungsbericht soll das Gutachten im Juni fertig sein; ein Zwischenbericht soll noch im Sommer folgen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Im schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk Brokdorf ist es zu einer Störung im Kühlkreislauf des Reaktors gekommen. Schon am Dienstag sei eine Elektronikkarte durchgebrannt. E.ON hat am Donnerstag über den Vorfall informiert, was noch innerhalb der zulässigen Frist lag.
Nach einer neuen Umfrage des ARD-DeutschlandTrend wollen die meisten wahlberechtigten Bürger weiterhin einen Atomausstieg. 62 Prozent halten den Atomausstieg für richtig, aber 20 Prozent finden, die Atomkraftwerke sollten unbegrent weiterlaufen.
Wissenschaftler aus Japan und den USA forschen einem Magazinbericht zufolge an Mini-AKW, damit Dörfer und Kleinstädte in der Zukunft ihren eigenen Strom erzeugen können. Die kleinen Kraftwerke sollen sicherer sein als die großen.
Der Energieriese Vattenfall will die beiden stillgelegten Atromkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel schnell wieder anfahren, jedoch wird das wahrscheinlich nicht mehr diese Jahr sein, so Vattenfall. Schleswig-Holsteins FDP-Franktionschef Kubicki ist dagegen, dass Krümmel wieder ans Netz angeschlossen wird.
Längere Laufzeiten von Atomkraftwerken oder zusätzliche Kohlekraftwerke sind nach einer neuen Untersuchung nicht mit dem vorgesehenen Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland vereinbar. Dabei handele es sich um einen de facto unauflösbaren Systemkonflikt, der sich weiter zuspitzen werde.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!