Aus dem Bundestag

Regierung: Radioaktive Abfälle in "Asse II" dauerhaft sicher

Der sichere Einschluss der im ehemaligen Kali- und Salzbergwerk "Asse II" bei Wolfenbüttel eingelagerten radioaktiven Abfälle ist nach Darstellung der Bundesregierung "dauerhaft gewährleistet". Gegen den derzeit erfolgenden Flüssigkeitseintritt würden Sicherungsarbeiten erfolgen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen räumte die Regierung jedoch ein, dass der Eintritt von Flüssigkeit in das ehemalige Salzbergwerk "nicht kalkulierbare gebirgsmechanische Vorgänge im Deckgebirge auslösen" könnte, würde die Schachtanlage "im jetzigen Zustand sich selbst überlassen". Überdies wären in diesem Fall die Schächte des Grubengebäudes unverschlossen, "so dass darüber kontaminierte Lösungen aus dem Grubengebäude in das Grundwasser gelangen" könnten. Die Regierung weist darauf hin, dass im April 2004 Sicherungsarbeiten begonnen worden seien.

Weiter heißt es, in der Schachtanlage würden insgesamt rund 89.000 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Hiervon entfielen 88.000 Tonnen auf schwachradioaktive Abfälle. Die Atomindustrie werde nicht an den Kosten der Endlagerung und den Folgekosten zur Behebung des Wassereintritts beteiligt.

Mit der Verfüllung der Porenräume des bereits eingebrachten und noch weiter einzubringenden Versatzmaterials mit einem Schutzfluid würden nach jetzigem Kenntnisstand Kosten in Höhe von rund 70 Millionen Euro anfallen, schreibt die Regierung. Erfahrungen mit den Folgen von Flutungen von Atommülllagern mit Magnesium-Chlorid lägen nicht vor. Allerdings sei die Flutung von Salzbergwerken ein Standardverfahren bei deren Schließung.

Nach Angaben der umweltpolitischen Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, dringt seit 1991 Salzlösung in das Versuchsendlager ein. Entgegen früheren Ankündigungen der Bundesregierung liege noch immer kein Langzeitsicherheitsnachweis vor. Der Zustand der Fässer werde nicht überwacht. Sie kritisierte scharf, dass eine eine "Trial-and-error"-Methode angewandt werde, die Fehlschläge einkalkuliere und dass die Atomindustrie nicht an den Kosten beteiligt werde.

Die Lagerstätte wurde von der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) 1965 erworben und fällt in die Zuständigkeit des Bundesbildungsministeriums.

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