Sehr emotional

Regierung empfindet Windenergiediskussion als teilweise "unsachlich"

Die Bundesregierung hat sich mittels einer Antwort auf eine "Kleine Anfrage" der FDP im Bundestag nochmals ausführlich zur Gefährdung von Greifvögeln und Fledermäusen durch Windenergieanlagen geäußert. Dabei kritisierte sie, dass die öffentliche Diskussion "sehr emotional" und teilweise "unsachlich" geführt werde.

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Berlin (red) - Die öffentlichen Diskussionen um die Windenergie werden teilweise "sehr emotional" und zum Teil "unsachlich" geführt. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 15/5188) auf eine "Kleine Anfrage" der FDP zur "Gefährdung einheimischer Greifvogel- und Fledermausarten durch Windkraftanlagen" (15/5064) erklärt.

Die Regierung verweist dazu unter anderem auf US-Studien. Danach kollidierten etwa 60 bis 80 Millionen Vögel an Fahrzeugen, 98 bis 980 Millionen Vögel an Gebäuden und Fenstern, bis zu 17 Millionen Vögel an Freileitungen, bis zu 40 Millionen an Sendemasten und etwa 10 000 bis 40 000 an Windenergieanlagen. Einen weiteren Beitrag zur Versachlichung hätten zudem die Ergebnisse einer Studie des Naturschutzbundes Deutschland über die Auswirkungen regenerativer Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel der Vögel geliefert. Danach seien Beeinträchtigungen der Vogelfauna durch Windenergieanlagen "nicht in dem Maße eingetreten, wie dies in der Vergangenheit vermutet und in der Presse dargestellt wurde".

Zur Verminderung der Vogelschlaggefahr werde eine standortbezogene Risikoabschätzung im Einzelfall vorgenommen, führte die Regierung aus. Insgesamt sind den Angaben zu Folge im Erfassungszeitraum 1989 bis November 2004 bundesweit 278 tote Vögel und 285 tote Fledermäuse an Windkraftanlagen gefunden und als so genannte Schlagopfer erfasst worden. Die meisten Opfer bei den Vögeln waren insgesamt 44 Rotmilane, 27 Mäusebussarde, 14 Seeadler, zwölf Silbermöwen und zehn Turmfalken. Zu den geschützten Vogelarten Rotmilane und Seeadler wird dargelegt, die Bestandszahlen der Seeadler hätten - mit 467 Brutpaaren im Jahr 2004 - "stetig zugenommen". Beim Bestand an Rotmilanen lasse sich aufgrund der aktuellen Daten keine Bestandsveränderung feststellen.

Laut Antwort waren bis Dezember 2004 in Deutschland 16 543 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 16 629 Megawatt installiert. Spitzenreiter seien Niedersachsen mit 4283 Anlagen, Schleswig-Holstein mit 2688 und Nordrhein-Westfalen mit 2277 Anlagen. Von knapp zwei Dritteln aller Bundesbürger werde die Absicht begrüßt, den Anteil der Windkraftanlagen an der Energiegewinnung weiter zu vergrößern. Dies stehe aber in Abhängigkeit von einer direkten Betroffenheit durch die Aufstellung, führte die Regierung aus.