Atomausstieg

Regierung: Empfang zur Stade-Abschaltung kostete 30 000 Euro

Die Party, die das Umweltministerium nach Abschaltung des Atomkraftwerks Stade gefeiert hat, kostete 30 411,30 Euro netto. Mit dieser Auskunft kam die Regierung einem Antrag der FDP-Fraktion nach. Eine CDU-Abgeordnete hatte das Fest damals als "kalten Zynismus" den Angestellten von Stade gegenüber bezeichnet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Empfang des Bundesumweltministeriums anlässlich der Abschaltung des Kernkraftwerks Stade am 14. November dieses Jahres kostete 30 411,30 Euro netto. Die Veranstaltung wurde aus dem Haushaltskapitel für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Umweltministeriums finanziert, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 15/2148) auf eine Kleine Anfrage der FDP (Bundestagsdrucksache 15/2054). Die CDU-Abgeordnete Martina Krogmann hatte die Party anlässlich der Abschaltung des ersten Atomkraftwerks als "kalten Zynismus" bezeichnet, das Umweltministerium bezeichnete das als "künstliche Aufregung".

Eingeladen waren Personen, die sich für die Stilllegung des Kraftwerks einsetzt hatten und am Atomkonsens beteiligt waren, heißt es weiter. Aus Anlass der Abschaltung organisierte die Bundesregierung laut Antwort eine Anzeigenkampagne, deren Kosten sich auf etwa 191 000 Euro netto belaufen. Davon entfallen auf die Agenturkosten etwa 51 000 Euro netto.

Die Regierung erklärt, sie begrüße den zeitnahen Rückbau abgeschalteter Kernkraftwerke aus mehreren Gründen. Er diene dem Erhalt der Arbeitsplätze am Standort und der Wirtschaftlichkeit der Region. Bei einem zeitnahen Rückbau sei noch gut ausgebildetes und erfahrenes Personal vorhanden. Während der Restlaufzeiten der deutschen Kernkraftwerke werde der gesetzlich geforderte hohe Standard auch bei Anzahl und erforderlicher Qualifikation des Betriebspersonals weiter gewährleistet, schreibt die Regierung weiter. Den Mitarbeitern der Atomkraftwerke würden die qualifizierten Arbeitsplätze durch die Restlaufzeiten der Anlagen für rund zehn bis fünfzehn Jahre gesichert. Auch in der Phase des Rückbaues der endgültig abgeschalteten Kernkraftwerke blieben für zahlreiche Angehörige der Betriebsmannschaften über viele Jahre Arbeitsplätze erhalten.