Paradigmenwechsel

Reges Interesse bei der ersten Solar-Auktion

Bei der ersten Solarstrom-Auktion gingen 170 Angebote von Bürgern und Unternehmen bei der Bundesnetzagentur ein. Für die Ökostrom-Förderung bedeutet die erste Auktion eine große Veränderung. Zuvor wurde Strom aus Photovoltaik–Anlagen durch gesetzlich festgelegte Fördersätze vergütet.

Klimaschutz© Rainer Sturm / pixelio.de

Berlin (dpa/red) - Viel Interesse an der ersten Solarstrom-Auktion in Deutschland: Bei der Ausschreibung von Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen mit einer Strommenge von 150 Megawatt haben Bürger, Dienstleister und Energieunternehmen insgesamt 170 Gebote abgegeben.

Netzagentur wählt günstigsten Angebote aus

Die Bundesnetzagentur wählt nun die günstigsten Angebote mit den geringsten Produktionskosten für Solarstrom aus und ermittelt daraus die Höhe der Vergütung. Die Größe einer Solaranlage auf Industriebracnhen, Äckern oder dem Gelände ehemaliger Kasernen wurde auf 10 Megawatt begrenzt, damit mehrere Interessenten zum Zug kommen.

Solarstrom-Auktion als Paradigmenwechsel

Für die Ökostrom-Förderung ist die Auktion ein Paradigmenwechsel. Früher erhielten Betreiber von Wind-, Solar- und Biomasse-Anlagen auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungen, was zu einer Kostenexplosion führte. Verbraucher und Wirtschaft zahlen über die Stromrechnung für den Ausbau der erneuerbaren Energien jährlich weit über 20 Milliarden Euro.

"Wir haben gezeigt, dass eine Ausschreibung funktionieren kann", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake (Grüne) am Dienstag. Es habe dabei eine breite Beteiligung nicht nur von Energie-Profis, sondern auch von Bürgern gegeben. Genossenschaften hatten das neue Ausschreibungsmodell kritisiert. Ab 2017 soll die Höhe der Ökostrom-Förderung komplett über Ausschreibungen festgelegt werden.

Quelle: DPA