Verfehlte Pläne

Reduzierung von Emissionen: Kommission appelliert an die Mitgliedstaaten

Die EU-Kommission hat an die Mitgliedstaaten appelliert, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den im Kyoto-Protokoll gemachten Verpflichtungen zur Emissionsreduzierung nachzukommen. In Briefen an die zuständigenMinister hat sich die Kommissarin für Umwelt, Margot Wallström, an die Mitgliedstaaten gewandt, die bislang noch keine Zusatzmaßnahmen identifiziert haben.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

In einem Fortschrittsbericht der Kommission über die Implementierung der versprochenen Maßnahmen heißt es, dass die EU als Ganzes und die überwiegende Mehrzahl ihrer Mitgliedstaaten die Ziele nicht erreichen werde, solange nicht weitere Anstrengungen unternommen würden. Wallström sagte, die Lage sei ernst und warnte, dass die Zeit knapp sei. "Maßnahmen, die von der EU und den Mitgliedstaaten nicht innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre umgesetzt werden, können bei dem Erreichen unserer Ziele nicht mehr helfen." Deshalb habe sie den Mitgliedstaaten nahegelegt, im kommenden Jahr zusätzliche Bereiche zu identifizieren.

Nachdem der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen gegenüber den Werten von 1990 zunächst zurückging, sind die Emissionen 2000 und 2001 wieder gestiegen. Derzeit würden lediglich Großbritannien und Schweden ihren Verpflichtungen nachkommen. Die aktuelle Prognose zeigt einen höheren Ausstoß von Treibhausgasen in der EU bis 2010. Dies sei besonders darauf zurückzuführen, dass Deutschland seine Vorhersagen deutlich nach oben korrigiert hat.

Die Fortschritte der zehn Beitritts- und Kandidatenländer sind ebenfalls im Kommissionsbericht angesprochen worden. Demnach liegt lediglich die Slowakei über den Werten von 1990. Insbesondere in den baltischen Staaten sei eine große Reduzierung der Treibhausgase möglich. Dort sei man auf dem besten Wege, die Emission von Treibhausgasen bis 2010 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.