Auf Gütesiegel achten

RECS-Zertifikate: NABU warnt vor "grün gefärbtem" Strom

Immer mehr große Unternehmen setzen in Deutschland auf Ökostrom. Der Naturschutzbund NABU ruft jedoch dazu auf, auf Gütesiegel zu achten und keinen Strom zu kaufen, der durch RECS-Zertifikate "grün eingefärbt" wurde, denn damit sei der Umwelt keinesfalls geholfen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Beispielsweise Ford, REWE oder die Deutsche Telekom haben kürzlich verkündet, ihren kompletten Strombedarf nun mit Ökostrom zu decken. "Wir begrüßen diese Entwicklung, sofern Unternehmen auf seriöse Produkte und nicht nur auf den Imagefaktor achten", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Denn nicht bei allen Ökostromprodukten sei der Umwelt gedient. Oft werde sogenannter "RECS-Strom" verwendet. Dabei kauft beispielsweise ein konventioneller Anbieter an der Strombörse Strom aus Atomkraftwerken und "veredelt" diesen, indem er RECS-Zertifikate kauft. Dabei wird das Klima nicht entlastet, da der Ökostromanteil insgesamt unverändert bleibt.

"RECS-Zertifikate sind Etikettenschwindel", so Miller. Sie seien lediglich eine preiswerte Methode, Strom grün einzufärben. "Wer Strom aus norwegischer Wasserkraft einkauft, diesen hier als Ökostrom anbietet und gleichzeitig Atomkraftwerke betreibt, leistet keinen Beitrag zur dringend notwendigen Energiewende."

Der Stromverbrauch großer Unternehmen ist meist sehr hoch. Umso wichtiger ist es, dass sie Stromangebote wählen, die einen echten Umweltnutzen haben, also mit denen der Ausbau der erneuerbaren Energien nachweisbar verbunden ist und deren Strom nicht in Atom- und Kohlekraftwerken erzeugt wird, so der NABU.

"Unternehmen und Privathaushalte sollten auf glaubhafte Gütesiegel achten. Nur diese können ein Engagement für eine nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung garantieren", sagte NABU-Ökostromexperte Dietmar Oeliger. Der NABU empfehle daher vom Grüner Strom Label e.V. zertifizierten Ökostrom.