Verdacht

Razzia stoppt PNE-Hauptversammlung

Bei der Windparkgruppe PNE kam es im Beisammensein der Aktionäre zu einer Razzia. Das Treffen der Anteilseigner wurde durch die Polizei unterbrochen, weil unter anderem der Verdacht besteht, dass die Abstimmung manipuliert wurde. Dem Handelsblatt zufolge tobt schon länger ein Machtstreit in dem Unternehmen.

Windrad© Martin Lehotkay / Fotolia.com

Cuxhaven/Hannover (dpa/red) - Nach einer Razzia während der laufenden Hauptversammlung vor den Augen der Aktionäre wächst die Erklärungsnot beim Windpark-Projektierer PNE aus Cuxhaven. Die Polizei hatte bei dem Anteilseignertreffen Daten und Abstimmungsergebnisse sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft in Stade am Mittwochabend mitteilte. "Wir prüfen, ob im Zusammenhang mit der Hauptversammlung der Straftatbestand der Urkundenunterdrückung verwirklicht wurde", sagte Staatsanwalt Kai Thomas Breas. Das Treffen der Aktionäre in der Nacht zum Mittwoch war ergebnislos auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

Handelsblatt: Stimmkarten kurz nach Mitternacht beschlagnahmt

Zuvor hatte das "Handelsblatt" (Donnerstag) über den beispiellosen Vorfall berichtet. Die Zeitung schreibt, Polizisten hätten am Mittwoch kurz nach Mitternacht die Stimmkarten der Aktionäre beschlagnahmt. Demnach soll bei dem Windparkbauer seit Monaten ein Streit um die Macht im Unternehmen toben. Bei den Ermittlungen gehe es auch um die Frage, ob das amtierende Management die Hauptversammlung künstlich in die Länge gezogen habe, um ein eventuell unliebsames Abstimmungsergebnis nicht veröffentlichen zu müssen.

PNE rutschte tief in die roten Zahlen

Das Unternehmen, das zu knapp 16 Prozent in der Hand von Vorstand und Aufsichtsrat liegt, war am Mittwoch für Reaktionen nicht zu erreichen gewesen. Neben den Anteilen des Vorstands und der Kontrolleure liegt der Rest der PNE-Aktien in Streubesitz.

Bereits Ende 2014 hatte PNE mitgeteilt, dass die Gruppe ihren Aufsichtsrat Volker Friedrichsen abberufen wollte. Hintergrund seien mehrere, teils dauerhafte Interessenkonflikte, hieß es damals in den Mitteilungen. Vergangenes Jahr war die PNE mit 13 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.

Quelle: DPA