Sehr hohe Betriebskosten

Raumklimageräte sind Stromfresser: Guter Sonnenschutz ist wirksamer

Klimageräte zählen zu den elektrischen Großverbrauchern im Haushalt. Bei sommerlichen Temperaturen können für ihren Einsatz Stromkosten von 30 bis 50 Euro monatlich anfallen, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Zudem schaffen es einige Geräte kaum, einen sehr warmen Raum herunterzukühlen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Nach den Beobachten der Verbraucherschützer werden Raumklimageräte zur Zeit stark beworben, teils sogar mit aggressiven Rabattaktionen. Doch die Geräte allein könnten das Hitzeproblem in vielen Wohnungen nicht sinnvoll lösen, betonen die Verbraucherberater: "Ein unüberlegter Kauf kann schnell zur Enttäuschung über die durch das Gerät bewirkten Effekte führen und sich zusätzlich zur Kostenfalle entwickeln."

Die oft angebotenen, einteiligen Monoblock-Geräte schaffen es nach Untersuchungen zum Beispiel der Stiftung Warentest kaum, einen mittelgroßen Raum mit beispielsweise 35 Grad Celsius Innentemperatur ausreichend herunterzukühlen. Dies gilt den Experten zufolge besonders bei Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen. Außerdem müssten zumeist störende Betriebsgeräusche von Kompressor und Lüfter in Kauf genommen werden.

Etwas effektiver kühlen nach Angaben der Verbraucherschützer zweiteilige Anlagen, die so genannten Splitgeräte. Der lärmende Kompressor wird als zweite Einheit im Außenbereich montiert - und bringt so möglicherweise Ärger mit den Nachbarn. Aber auch zum Beispiel in Baumärkten häufig angebotene Splitgeräte mit 2400 bis 2900 Watt Kälteleistung haben keine ausreichende Kraft, um Räume über 20 Quadratmeter wirklich gut herunter zu kühlen. Bei Splitgeräten muss zudem ein Verbindungsschlauch für Stromleitung und Kältemittel - etwa durch die Wand - zum Außengeräteteil geführt werden. Für die Montage ist häufig ein Fachbetrieb erforderlich, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

Auch Monoblockgeräte müssen die Abwärme durch einen - dickeren - Abluftschlauch nach außen blasen. Wird der Schlauch durch einen Fenster- oder Türspalt gesteckt, strömt aber ständig neue warme Luft von draußen in den Raum nach. Die Folge: Das Gerät kämpft einen teuren, aber aussichtslosen Kampf gegen die Hitze. Halten die Bewohner den Raum, der gekühlt werden soll, nicht geschlossen, verstärkt sich zudem auch der Nachstrom warmer Luft aus angrenzenden Zimmern - durch den permanent erzeugten Unterdruck.

Auch Klimageräte der Klasse A sind keine Energiesparer, betonten die Verbraucherschützer. Sie verbrauchten zwar rund zehn bis 15 Prozent weniger Strom als Geräte der Klasse C, zählten damit aber immer noch zu den Großverbrauchern im Haushalt. Die Empfehlung der Verbraucherschützer für brütende Hitze: Stets verhindern, dass Sonnenstrahlen und Wärme in die Wohnung eindringen. Dabei helfen außen angebrachter Sonnenschutz, wie Sonnensegel, Roll- oder Fensterläden sowie richtiges Lüften. Tagsüber sollten Bewohner die Fenster und Türen schließen, um die warme Außenluft möglichst auszusperren. Erst spät abends, wenn es draußen abgekühlt ist, sollten Fenster und Türen weit geöffnet - und, wo möglich, Durchzug hergestellt werden. Zeitweise Erleichterung können auch Ventilatoren verschaffen, die deutlich weniger Strom verbrauchen als Klimageräte.