Zukunftsvision

Rat für Nachhaltige Entwicklung: Strategieentwicklung und Beraterfunktion

Sie sollen ökologische, ökonomische und sozialle Interessen im Sinne der Nachhaltigkeit vertreten und die Bundesregierung beraten: Gestern konstituierte sich der Rat für Nachhaltige Entwicklung mit 17 Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.

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Gestern hat die konstituierende Sitzung des Rates für Nachhaltige Entwicklung stattgefunden. In seiner Eröffnungsansprache hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die Erwartungen der Bundesregierung an den Rat für Nachhaltige Entwicklung hervorgehoben und sich bei den berufenen Mitgliedern des Rates, für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit an einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie bedankt. Die 17 Mitglieder des Rates sind Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft. Sie vertreten in besonderer Weise ökologische, ökonomische und soziale Interessen.


Bereits am 26. Juli 2000 hat die Bundesregierung per Kabinettsbeschluss den Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung und den Rat für Nachhaltige Entwicklung einberufen. Dem Staatssekretärsausschuss, unter Leitung von Staatsminister Hans Martin Bury, kommt die Aufgabe zu, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten und der Bundesregierung vorzulegen. Die Strategie soll auf eine langfristige Entwicklung orientieren und zugleich konkrete Projekte zu deren Umsetzung enthalten. Darüber hinaus hat der Ausschuss eine beratende Funktion für die Bundesregierung.


Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hingegen soll in erste Linie den Staatssekretärsausschuss beraten. Zudem wird der Rat (1) Beiträge für eine nationale Strategie erarbeiten, (2) realistische Umsetzungsstrategien für die praktische Politik und konkrete Projekte zur Umsetzung vorschlagen und (3) eine zentrale Funktion im gesellschaftlichen Dialog zur Nachhaltigkeit wahrnehmen. Die Nachhaltigkeitsstrategie soll sich an den Handlungsfeldern umweltverträgliche Mobilität, Klimaschutz und Energiepolitik und Umwelt, Ernährung und Gesundheit orientieren. Hintergrund sind die Festlegungen der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Jahre 1992 in Rio de Janeiro. Dort hat sich die Internationale Staatengemeinschaft zum Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung bekannt und sich mit der Agenda 21 ein globales Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert gegeben. Darin werden die unterzeichnenden Staaten aufgefordert, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, die eine wirtschaftlich leistungsfähige, sozial gerechte und ökologisch verträgliche Entwicklung zum Ziel hat.


Mitglieder des Rates für Nachhaltige Entwicklung: Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Deutsche Shell AG), Rainer Grohe (Vorsitzender des Umweltausschusses BDI), Dr. Volker Hauff (Unternehmensberater), Roland Heinisch (Vorstandsvorsitzender DB Netz AG), Heinz Putzhammer (Mitglied DGB-Bundesvorstand), Dr. Angelika Zahrnt (BUND), Jochen Flashbarth (NABU), Hubert Weinzierl (DNR), Matthias Platzeck (Oberbürgermeister von Potsdam), Prof. Dr. Edda Müller (Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände), Philip Freiherr von dem Bussche (Präsident der DLG), Dr. Claus Hipp (Unternehmer), Prof. Dr. Klaus Töpfer (Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP), Dr. Margot Käßmann (Landesbischöfin), Prälat Prof. Dr. Josef Sayer (Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.), Prof. Dr. Wolfgang Franz (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim) und Prof. Dr.-Ing. Eberhard Jochem (Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung, Karlsruhe).