Zechenverkauf

RAG zieht sich aus Kohleförderung im Ausland zurück

Presseberichten zufolge will sich der Mischkonzern RAG aus dem internationalen Kohleabbau zurückziehen. Weil der Verkauf der Verstromungstochter Steag nicht den gewünschten Erlös bringen würde, der Konzern jedoch dringend einen Kredit ablösen muss, will sich RAG-Chef Werner Müller von der Mehrzahl der Zechen in Amerika trennen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Der Mischkonzern RAG hat sich Presseberichten zufolge mit einem Privat-Equity-Unternehmen auf die Übernahme der Mehrzahl seiner amerikanischen Kohlebergwerke geeinigt. Wie das Handelsblatt berichtet, liege bereits eine Absichtserklärung vor, die Machbarkeitsprüfung (Due Diligence) hätte jedoch erst begonnen, so dass ein Vertragsabschluss noch nicht absehbar sein. Kommentiert wurde die Meldung bisher nicht.

Auch die Financial Times Deutschland hatte bereits Anfang der Woche von RAG-Plänen berichtet, einen Teil ihrer US-Zechen für eine Milliarde Dollar an die amerikanische Bergbaugesellschaft AMCI und zwei Finanzinvestoren zu verkaufen. Bereits Mitte 2003 hat sich der deutsche Konzern unter der Führung des ehemaligen Wirtschaftsministers Werner Müller mit einem anderen US-Bergbauriesen auf den Verkauf zweier Bergwerke in Australien, eines in Amerika und eines in Venezuela verständigt.

Laut Handelsblatt will RAG-Chef Müller aus der internationalen Kohleförderung aussteigen, weil die Verstromungstochter Steag nicht wie geplant zum gewünschten Preis zu verkaufen sei. Das Unternehmen brauche jedoch Verkaufserlöse zur Ablösung eines Kredits, mit dem der Einstieg bei Degussa finanziert worden war.