Deinvestition

RAG will internationale Bergbaubeteiligungen loswerden

Der Aufsichtsrat des Bergbau- und Chemiekonzerns Ruhrkohle AG (RAG) hat gestern der Prüfung der Veräußerungsmöglichkeit sämtlicher internationaler Bergbauaktivitäten von RAG Coal International zugestimmt. Die RAG-Tochter betreibt insgesamt 16 Bergwerke, davon 13 in den USA, zwei in Australien und eines anteilig (25 Prozent) in Venezuela.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

"Die aktuelle Marktsituation ist günstig, diesen ertragsstarken Geschäftsbereich zum jetzigen Zeitpunkt zu veräußern", sagte der RAG-Vorstandsvorsitzende, Dr. Werner Müller. Mit einem Teil der Erlöse wolle RAG ihre Tochter RAG Coal International in den dauerhaft verbleibenden Kerngeschäften Bergbautechnik und internationaler Kohlehandel, hier insbesondere die Kohlenstoffaktivitäten, stärken. Ein Ziel dabei sei, die DBT GmbH (Bergbautechnik), die derzeit Nummer zwei im Weltmarkt ist, zum Weltmarktführer auszubauen.

"Die Option zur Abgabe des Auslandsbergbaus erweitert zudem unsere Handlungs- und Verhandlungsspielräume im weiteren Desinvestitionsprozess", so der RAG-Chef weiter. Müller hob hervor, dass das vom RAG-Aufsichtsrat im März 2003 beschlossene Desinvestitionsprogramm planmäßig abgearbeitet wird. Sowohl für die STEAG AG als auch für die RAG Saarberg AG lagen insgesamt eine ganze Reihe sehr interessanter Angebote vor. "Für STEAG haben wir daraus vier ausländische, potente Bieter ausgewählt, die neben dem Interesse an den ausländischen Kraftwerken vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Energiemarktes einen Markteinstieg in Deutschland als außerordentlich attraktiv betrachten", betonte Müller. Mit diesen vier Bietern werde nun weiter verhandelt.

Gleiches gilt auch für die Angebotssituation bei RAG Saarberg: Auch hier werde nun mit vier Anbietern aus dem nationalen und internationalen Raum weiter verhandelt. Die Marktansprache für den Bereich Kunststoffe von RÜTGERS werde derzeit planmäßig vorbereitet. Ebenfalls auf einem guten Weg befinde sich RAG bei der Abgabe von Randaktivitäten. Der Verkauf erster Gewerbeimmobilienpakete wird voraussichtlich einen Erlös von rund 90 Millionen Euro erbringen. "Auch hier liegen wir, wie im gesamten Desinvestitionsprozess, vollauf im Plan", zog der RAG-Chef ein erstes Zwischenfazit.