Renaissance

RAG-Chef Müller rechnet mit Bau neuer Kernkraftwerke

"Wenn wir die Vermeidung von Kohlendioxid ernst nehmen, werden wir irgendwann auch wieder bei der Kernenergie landen - und die Grünen werden dann an der Spitze der Bewegung stehen", sagte der ehemalige Wirtschaftsminister und derzeitige RAG-Chef Werner Müller dem "Handelsblatt".

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Düsseldorf (ddp/sm) - Der Chef des Essener Energie- und Chemiekonzerns RAG, Werner Müller, geht langfristig von einer Renaissance der Kernenergie aus. "Wenn wir die Vermeidung von Kohlendioxid ernst nehmen, werden wir irgendwann auch wieder bei der Kernenergie landen - und die Grünen werden dann an der Spitze der Bewegung stehen", sagte Müller dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Bis zur Mitte des Jahrhunderts werde sich die gesellschaftliche Akzeptanz der Kernkraft erhöhen, da Sonnenenergie nicht ausreiche, das Klima zu schützen.

"In 50 Jahren wird unser Energiemix von Kohle, Kernenergie und den regenerativen Energien bestimmt", sagte Müller, in dessen Amtszeit als Bundeswirtschaftsminister der Konsens über den Ausstieg aus der Kernenergie ausgehandelt wurde. Allerdings sei es derzeit noch zu früh, um über eine Verlängerung der Restlaufzeiten bestehender Kernkraftwerke zu sprechen.

Müller ist seit 2003 Chef der aus dem Bergbau hervorgegangenen RAG und hat in dieser Zeit die Entwicklung zum Mischkonzern vorangetrieben. Derzeit plant das Unternehmen den Einstieg in den Energiemarkt.