Folgekosten aus öffentlichen Kassen?

RAG-Börsengang nimmt immer mehr Gestalt an

Nach Medienberichten nimmt der geplante Börsengang des RAG-Konzerns immer mehr Gestalt an. So könne sich Vorstandschef Werner Müller auch einen Börsengang seines Unternehmens vorstellen, bei dem bis zu 80 Prozent der Aktien verkauft werden. Außerdem stellt ein Gutachten die RAG-Eigner von der Kohle-Haftung frei.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/München/Essen (red) - Wie aus einer Präsentation des Börsengangs der RAG hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vorliegt, bekannt wurde wird der Verkauf von 80 Prozent der Anteile als Möglichkeit eingeräumt. Bislang sollte die neu zu gründende Stiftungs-Holding, die den "weißen" Bereich der RAG an die Börse bringen soll, zumindest eine Sperrminorität von 25 Prozent halten.

Zudem haften nach Einschätzung der Prüfungsgesellschaft KPMG die Anteilseigner E.ON, RWE und Thyssen-Krupp nicht für Risiken des Kohlebergbaus, wie die "Süddeutsche Zeitung" aus München ebenfalls heute berichtet. Es gebe keine Rechtsgrundlage für eine "Durchgriffshaftung", heiße es im Bergbau-Gutachten von KPMG, das der Zeitung in Auszügen vorliege.

Das Kohle-Gutachten war laut Zeitung vom Bundeswirtschaftsministerium bei KPMG in Auftrag gegeben worden, um die Folgekosten für die öffentliche Hand zu ermitteln, wenn die RAG an die Börse geht. Erhebliche Vorbehalte gegen die Pläne habe die Düsseldorfer CDU-FDP-Landesregierung. "Wir fragen uns, ob das der richtige Weg ist", sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) der Zeitung. Die Landesregierung befürchte, dass sie auf finanziellen Risiken in Milliardenhöhe sitzen bleibt. Thoben verlange daher ein weiteres Gutachten, das die Bundesregierung in diesen Tagen in Auftrag gebe.

Die Ministerin könnte sich dem Bericht zufolge auch eine Zerlegung des RAG-Konzerns vorstellen und den separaten Verkauf der Chemie-, Immobilien- und Kraftwerksparte. Das lehne der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ab, der seit 2003 an der RAG-Spitze steht. Müller will die Börsenpläne heute im Wirtschaftsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags vorstellen.

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