Tschernobyl-Folgen

Radioaktives Cäsium im Fleisch von Wildschweinen

Als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 enthalten insbesondere Böden in Oberschwaben mehr radioaktives Cäsium als in nördlichen Landesteilen Baden-Württembergs. Auch im Fleisch von Wildschweinen könne es sich immer noch anreichern, teilte die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) am Donnerstag mit.

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Karlsruhe (dapd/red) - In den Handel gelange jedoch nur Fleisch mit einer Aktivität von weniger als 600 Becquerel pro Kilogramm. In den meisten Nahrungsmitteln seien keine künstlichen Radionuklide mehr nachweisbar. In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt mehr als 13.500 Nahrungsmittelproben untersucht, heißt es im LUBW-Bericht "Radioaktivität in Baden-Württemberg 2002 bis 2011".

Der Bericht fasst die Untersuchungsergebnisse der Radioaktivitätsgehalte von Luft, Wasser, Boden, Niederschlag und Nahrungsmitteln sowie von Klärschlamm zusammen. Die Überwachung der Umwelt auf Radioaktivität geschieht danach flächendeckend in ganz Baden-Württemberg und besonders intensiv in der Umgebung der Kernkraftwerke.

Strahlung sei für die Bevölkerung unbedeutend

Hauptsächlich seien die Baden-Württemberger den Strahlen von natürlichen Radionukliden und medizinischen Untersuchungen ausgesetzt, wird erläutert. Die Ergebnisse zeigten, dass die Strahlung durch den Betrieb von Atomkraftwerken im Südwesten für die Bevölkerung völlig unbedeutend sei.

Die natürliche Strahlenexposition des Menschen in Höhe von 2,1 Millisievert pro Jahr werde durch die Aufnahme natürlich vorkommender Radionuklide wie Kalium-40 mit der Nahrung oder von Radon mit der Atemluft hervorgerufen. Diese Strahlenexposition sei vom geologischen Untergrund und der Höhenlage des Wohnorts abhängig.