Neue Studie

PV-Branche 2004: Knappes Warenangebot und steigende Preise

Die deutsche Solarstrombranche rechnet für 2004 mit einer Umsatzsteigerung von 50 Prozent auf über eine Milliarde Euro - Hersteller kommen mit der Lieferung derzeit nicht nach. Das sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie zum Photovoltaikmarkt, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Bonn (red) - Hochkonjunktur in der deutschen Solarstrombranche. Während Hersteller, Händler, Installateure und Verbände sich gleichermaßen über die erwarteten Wachstumsraten für dieses Jahr freuen, stehen die Kunden zum Teil schon vor leeren Regalen: 80 Prozent des Produktionsvolumens für 2004 sind bereits verkauft, mitunter werden die Kunden mit mehreren Monaten Wartezeit vertröstet.

"Durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Attraktivität von Photovoltaikanlagen für private Endverbraucher, gewerbliche Nutzer und Großinvestoren deutlich gestiegen", beschrieb Michael Forst, Autor der Studie "Der Photovoltaikmarkt in Deutschland - Trends 2004", die derzeite Situation kürzlich in Berlin.

Das Jahr 2004 wird das bisher stärkste Wachstumsjahr im deutschen Photovoltaikmarkt. Wie der Studie zu entnehmen ist, erwarten Händler und Installateure ein Marktvolumen von 185 bis 225 Megawatt, die Hersteller gehen sogar von 250 bis 300 Megawatt aus. Gleichzeitig hätte die Situation am Photovoltaikmarkt auch Auswirkungen auf den Preis. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem, dadurch steigt der Preis für PV-Anlagen in 2004 gegenüber dem Vorjahr an.

In 2005 erwartet der Bundesverband Solarindustrie (BSi) wieder eine Umkehr des Preistrends. Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des BSi, erklärt: "Im kommenden Jahr stehen umfangreiche neue Produktionskapazitäten zur Verfügung. Mit der planmäßig sinkenden Vergütung werden dann auch die Preise wieder reduziert. Auch langfristig werden wir bei weiter wachsendem Markt die erwarteten Preissenkungen erzielen können."

Die aktuellen Trends, die sich in den Umfragen und Gesprächen mit über 100 Elektroinstallateuren, 45 Großhändlern und 15 Herstellern im Zeitraum von Januar bis Mai abgezeichnet haben, deuten auf eine gezieltere Kundenorientierung in der Zukunft hin. Aufgrund der Langlebigkeit der Produkte fänden auch die Garantieregelungen besondere Beachtung. Allerdings fehle es in der Praxis zum einen an Erfahrungswerten, zum anderen ergäben sich in Bezug auf Wartung und Serviceleistungen noch zahlreiche Probleme.