Energieriesen in Sibirien

Putin: Gazprom will Gas-Vorkommen in der Arktis ausbeuten

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat am Donnerstag die Chefs ausländischer Energiekonzerne - darunter auch E.ON-Chef Bernotat - zu einem ungewöhnlichen Treffen in Sibirien empfangen. Er öffnete dabei die Tür ein Stück weit zur Ausbeutung der Gasvorkommen in der Arktis, bei der sich auch ausländische Energiekonzerne beteiligen können.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - "Wir sind bereit für eine Partnerschaft. Deshalb haben wir Sie hierhin eingeladen", sagte Putin. An dem Treffenauf der Halbinsel Jamal, rund 2000 Kilometer nordöstlich von Moskau, nahm auch der Chef des deutschen Energieriesen E.ON, Wulf Bernotat, teil.

Gas-Vorkommen in der Arktis ausbeuten

Energieminister Sergej Schmatko sagte, Russland wolle "strategische ausländische Partner" bei der Ausbeutung der Gasvorkommen einbinden. Von den Unternehmen verspricht sich Moskau demnach "innovative Technologien", macht aber enge Zusammenarbeit mit russischen Einrichtungen und den Einsatz russischer Beschäftigter zur Voraussetzung. Die Gasvorkommen in Jamal werden auf 61 Billionen Kubikmeter geschätzt - sie sind damit riesig, aber in der arktischen Region schwer zugänglich. Die Rechte liegen beim staatlichen russischen Gasriesen Gazprom und dem unabhängigen Versorger Novatek.

Gazprom will Federführung behalten

Deutsche Konzerne wie E.ON oder die BASF-Tochter Wintershall sind seit mehreren Jahren an der Ausbeutung russischen Gases in Sibirien beteiligt. In der Regel pocht Moskau dabei darauf, dass die Federführung bei den Projekten bei Gazprom liegt. Um die Beteiligung an solchen Projekten ist ein Wettlauf zwischen den internationalen Gaskonzernen entbrannt.