Saubere Zukunft

Pumpkraftwerke als Eckpfeiler der Energiewende

Sogenannte Pumpkraftwerke können aus Wasser Strom gewinnen. Wenn Wind oder Sonne mal Pause machen, liefern sie trotzdem noch zuverlässig die benötigte Energie. Für den geplanten Atomausstieg wären sie eine wichtige Alternative. Doch dafür müssten noch etliche Pumpkraftwerke in Deutschland gebaut werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Wendefurth (dapd/red) - Wenn in Windparks Flaute herrscht oder sich Schatten über Photovoltaikanlagen legen, lässt das Pumpspeicherwerk Wendefurth 1,8 Milliarden Liter Wasser aus einem höher gelegenen Speichersee durch seine Turbinen laufen, um den Strommangel im Netz auszugleichen. Das Kraftwerk Wendefurth kann innerhalb weniger Minuten 80 Megawatt (MW) Energie in das deutsche Stromverbundnetz abgeben.

Für Energiewende noch viele Pumpspeicherwerke nötig

Wendefurth, das 1967 in Betrieb genommene Pumpspeicherwerk, gehört mit seinen 80 MW Nennleistung zu den kleineren Speicherwerken in Deutschland. Größere Pumpspeicherwerke wie das ebenfalls von Vattenfall betriebene Werk Goldisthal in Thüringen leisten mehr als 1.000 MW. Mit der geplanten Energiewende werden bis 2020 laut Deutscher Energie-Agentur (dena) 8.500 bis 10.500 MW zusätzliche Speicherleistung für das deutsche Stromverbundnetz benötigt. Aktuell sind allerdings nur zwei neue Pumpspeicherwerke mit zusammen 2.400 MW Speicherleistung in Planung.

Derzeit ist Wasserkraft mit die einfachste Technologie

Dabei sind sich Experten darüber einig, dass Pumpspeicherwerke die derzeit einfachste Technologie bieten, um große Mengen Energie zu speichern. Produzieren Wind- und Sonnenkraftanlagen wieder genügend Strom oder gar zu viel, nehmen die Kraftwerke überschüssige Energie aus dem Verbundnetz auf. Das Wasser wird dann auf demselben Wege, auf dem es gekommen ist, in die Speicherbecken zurückgepumpt. Allerdings nicht ganz ohne Energieverlust: Der Wirkungsgrad eines Kraftwerks beträgt 73 Prozent. Trotzdem könnten Pumpkraftwerke zu einem der Eckpfeiler für den Atomausstieg werden.