Analyse

Prozessoptimierung: Industrie wird Arbeitsplätze abbauen

Eine Analyse der Unternehmensberatung A.T. Kearney zur Industrialisierung der betrieblichen Verwaltungsfunktionen hat ergeben, dass in den deutschen Schlüsseltechnologien in den nächsten fünf bis zehn Jahren insgesamt über 100 000 Arbeitsplätze in betrieblichen Verwaltungsfunktionen wegfallen werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - Wichtigster Grund dafür ist der anhaltende Trend zur Automatisierung und Prozessoptimierung durch den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien.

Analysiert wurden dabei alle relevanten Top-Unternehmen der deutschen Schlüsselindustrien Automobil, Stahl, Pharma, Energie- und Versorgungswirtschaft, Chemie sowie Telekommunikation. Der größte Anteil der Stellenkürzungen entfällt laut Studie auf Unternehmen der Automobilindustrie (41 Prozent) und der Energie- und Versorgungswirtschaft (23 Prozent), die zusammen mehr als die Hälfte des Strukturwandels zu tragen haben werden.

"Die Industrialisierung der Verwaltung ist ein schleichender Prozess, der weitestgehend branchenunabhängig bereits seit 15 bis 20 Jahren anhält", kommentierte der Autor der Studie Stephan Frettlöhr, Principal bei A.T. Kearney. "Vor allem durch die Einführung von ERP-Systemen auf breiter Front und die Integration betriebswirtschaftlicher Abläufe auf Unternehmensebene setzt sich dieser Trend inzwischen auch auf innerbetrieblicher Ebene immer weiter fort." Die Untersuchung zeige, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in betrieblichen Verwaltungsfunktionen der deutschen Schlüsselindustrien von derzeit knapp 152.000 auf schätzungsweise 34.000 in den kommenden fünf bis zehn Jahren reduzieren wird. Kurzfristig ist in diesen Branchen mit einem Wegfall von 49 000 Arbeitsplätzen zu rechnen.

Besonders betroffen sind das Finanz- und Rechnungswesen (43 Prozent), die Informationstechnologie (29 Prozent) sowie das Personalwesen (13 Prozent) und der allgemeine Einkauf (zehn Prozent). Weniger stark betroffen werden wohl die Abteilungen Kommunikation (vier Prozent) sowie Recht und Steuern (ein Prozent) sein. "Der anhaltende Margendruck und die fortschreitende Globalisierung zwingen auch die deutschen Unternehmen zur Prozessoptimierung in allen Bereichen", so Frettlöhr weiter.

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