Aktionsbündnis

Proteste gegen Kraftwerksneubau in Ensdorf angekündigt

Ein Aktionsbündnis aus vier Umweltschutzverbänden hat landesweite Protestaktionen gegen den geplanten Neubau eines Kohlegroßkraftwerks in Ensdorf angekündigt. Geplant seien unter anderem sechs Aktionstage in allen Kreisstädten des Saarlandes sowie Aufklärungskampagnen und Kundgebungen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - In dem Aktionsbündnis haben sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Naturschutzbund (NABU), die "Energiewende Saar" und Greenpeace unter dem Motto "Ja zum Klimaschutz - Nein zum Klimakiller Ensdorf" zusammengeschlossen. Das geplante Großkraftwerk sei die größte klimapolitische Herausforderung seit dem Kampf gegen das französische Atomkraftwerk in Cattenom, betonten Sprecher aller vier Verbände heute bei der Vorstellung der Aktionen in Saarbrücken. Mit den landesweiten Aktionen wolle das Bündnis die lokalen Bürgerinitiativen in ihrem Protest gegen den Kraftwerksbau unterstützen, sagte BUND-Sprecher Christoph Hassel.

Die Verbände werfen Ministerpräsident Peter Müller und Umweltminister Stefan Mörsdorf (beide CDU) vor, dass sie anscheinend betriebswirtschaftliche Interessen des Stromkonzerns RWE, der das Kraftwerk bauen will, "über die Allgemeinwohlinteressen der saarländischen Bevölkerung stellen", indem sie bereits ihre Zustimmung zu den Plänen signalisiert hätten.

Das geplante Kraftwerk mit einer Leistung von 1600 Megawatt gefährde zusätzlich die Gesundheit der Bevölkerung in einer ohnehin durch Feinstaub- und Schwermetallemissionen hoch belasteten Region, betonte das Aktionsbündnis.

RWE Power plant am Standort Ensdorf den Bau von zwei Kraftwerksblöcken mit einer Leistung von je 800 Megawatt auf Steinkohlebasis. Die Investitionen dafür werden auf rund zwei Milliarden Euro beziffert.