Energiesparen gefordert

Protest gegen Windräder in Brandenburg

Windkraftgegner aus Brandenburg haben am Samstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen die "stümperhafte und aktionistische" Energiepolitik der Landesregierung protestiert. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) verteidigte indes den Bau von Windrädern.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Mit den "staatlich subventionierten und ineffektiven" Windrädern, die nur an 77 Tagen im Jahr tatsächlich Energie produzierten, würden lediglich Interessen der Industrie befriedigt und zudem die Landschaft verschandelt, sagte Thomas Jacob, Sprecher der "Volksinitiative gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windindustrieanlagen". Die Initiative fordere daher die Politik auf, einen "nationalen Plan zur Energieeinsparung" aufzustellen. Anstatt Skihallen zu bauen und die Städte nachts zu beleuchten, müsse endlich sparsamer mit Energie umgegangen werden, sagte er.

Den Demonstranten aus Brandenburg schlossen sich auch Windkraftgegner aus anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein oder Bayern an. Sie hielten Schilder in die Höhe, auf denen Sätze wie "Windkraft? Nein Danke!" oder "Keine Windriesen in Bürgernähe" stand.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) verteidigte indes den Bau von Windrädern. Energieerzeugung durch Windkraft sei umweltschonend und schaffe Arbeitsplätze in der Region, sagte der BEW-Landesvorsitzende Dietrich Tengg-Kobligk. An den derzeit 2850 Windanlagen in Brandenburg hingen direkt oder indirekt rund 3000 Arbeitsplätze. Windenergie sei in Brandenburg eine "tragende, CO2-freie Säule der Stromerzeugung". Mehr als 36 Prozent des Nettostromverbrauchs in Brandenburg werden den Angaben zufolge derzeit durch Windenergie erzeugt.