Ungleichgewicht

Protest gegen britische Atom-Subventionen

Atomstrom aus dem geplanten Reaktors Hinkley Point C soll in Großbritannien höher subventioniert werden als der Strom aus erneuerbaren Energien, wie Greenpeace Energy bemängelt. Die geplanten Fördergelder wären sogar doppelt so hoch wie die für Strom aus Solaranlagen in Deutschland.

Energiewende© Stefan Ouwenbroek / Fotolia.com

London (dpa/red) - Der deutsche Stromversorger Greenpeace Energy hat bei der EU-Kommission gegen hohe Subventionen für Atomstrom in Großbritannien protestiert. Eine Einspeisevergütung von elf Cent pro Kilowattstunde für den vom französischen Stromkonzern EDF geplanten Atomreaktor Hinkley Point C bei Bristol sei wettbewerbsrechtlich nicht haltbar, hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Energy am Montag. Die staatlich garantierte Summe liege dann mehr als doppelt so hoch wie die Einspeisevergütung für Strom aus neuen Solaranlagen in Deutschland.

"Offenbarungseid der Atomindustrie"

Auf diese Weise würden die unberechenbaren Risiken der Atomindustrie ganz offiziell zu einem deutlich höheren Preis vergütet als erneuerbare Energieträger. "Damit leistet die Atomindustrie einen Offenbarungseid", sagte Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. "Diese Bevorzugung der Atomkraft ist nicht nur ökologisch ein Skandal, sondern auch eine unfaire Wettbewerbsverzerrung."

Prüfung durch die EU-Kommission

Die konservative Regierung von Premierminister David Cameron hatte für Hinkley Point im Oktober eine Einspeisevergütung in Höhe von elf Cent pro Kilowattstunde für 35 Jahre sowie die Anpassung an die Inflation garantiert. Die Europäische Kommission untersucht die Pläne. In einer ersten Reaktion hatte sich die Kommission skeptisch über die Rechtmäßigkeit der Subventionen geäußert.

Quelle: DPA