Solarenergie

Projekt Wüstenstrom soll trotz Unruhen fortgesetzt werden

Trotz der Unruhen will der Konzern Desertec den Bau von Solaranlagen in Nordafrika vorantreiben. Ein ehrgeiziges Infrastrukturprojekt, das Investitionen von gut 400 Milliarden Euro veranschlagt. Neben den afrikanischen Ländern selbst soll auch Europa einen Teil des erzeugten Solarstroms abnehmen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (afp/red) - Der Infrastruktur-Konzern Desertec plant auch weiterhin den Bau von Solarkraftwerken in der afrikanischen Wüste, trotz der derzeitigen Unruhen vor Ort. Zunächst einmal soll eine solarthermische Anlage in Marokko entstehen, als zweites könnte Tunesien folgen, erklärten die Verantwortlichen am Montag. Baubeginn wäre aber erst ab 2015. Vorher sind, nach Auskunft des Unternehmens, noch regulatorische, politische und Finanzierungsfragen zu klären.

Noch ist unklar wieviel Solarenergie nach Europa geliefert wird

Beispielsweise steht noch nicht fest, wieviel Prozent der Solarenergie nach Europa exportiert werden sollen. Entsprechend bleibt auch noch offen, wie viel Geld Europa in den Aufbau von Desertec-Kraftwerken stecken wird. Aus der rund zwei Milliarden Euro teuren Pilotanlage in Marokko sollen, laut dem Unternehmen, zunächst 80 Prozent der Solarenergie ins Ausland fließen und 20 Prozent für den marokkanischen Energiemarkt bleiben. Abgesegnet sind diese Pläne von den dortigen Verantwortlichen jedoch noch nicht.

Länder hoffen, dass Solarenergie die eigene Wirtschaft stärkt

In Marokko, Tunesien und anderen afrikanischen Lädnern hofft man, durch den Bau der Wüstenstrom-Anlagen nicht nur mehr saubere Energie zu gewinnen, sondern auch Industrie und Arbeitsmarkt zu stärken. Desertec gilt als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der Welt mit Investitionen von 400 Milliarden Euro. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten Kraftwerke für Wind- und Solarenergie entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und bis zu 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs zu decken.