Erhöhung der Zuverlässigkeit

Projekt erarbeitet neue Sicherheitsstandards für dezentrale Stromeinspeisung

Seit April letzten Jahres läuft das Forschungsprojekt "Sicherheitsaspekte bei dezentralen netzgekoppelten Energieerzeugungsanlagen" (SIDENA) im Institut für Solare Energieversorgungstechnik Verein an der Universität Kassel (ISET). Das Vorhaben wird von 14 Partnern aus Industrie und Stromwirtschaft unterstützt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die ständige Zunahme netzgekoppelter dezentraler Energieerzeuger in den Niederspannungsbereichen des Stromnetzes stellt Netzbetreiber und Wechselrichterhersteller vor neue Aufgaben. Heutige Netzanschlusspunkte lassen nur eine begrenzte Einspeisung zu. Das Niederspannungsnetz verhält sich weitgehend passiv und ist nicht für eine bi-direktionale Kommunikation vorbereitet. Zuverlässigkeit und Spannungsqualität in den vorhandenen Netzstrukturen müssen berücksichtigt werden.

Seit April letzten Jahres läuft das Forschungsprojekt "Sicherheitsaspekte bei dezentralen netzgekoppelten Energieerzeugungsanlagen" (SIDENA) im Institut für Solare Energieversorgungstechnik Verein an der Universität Kassel (ISET). Das Vorhaben wird von 14 Partnern aus Industrie und Stromwirtschaft unterstützt. "In diesem Vorhaben ist es uns gelungen, Netzbetreiber und Wechselrichterhersteller an den runden Tisch zu bekommen, um ein gemeinsames Sicherheitskonzept zu erarbeiten", erläuterte Philipp Strauß, Bereichsleiter Anlagentechnik und Leistungselektronik des ISET, kürzlich in Kassel.

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung und Sicherstellung von Methoden und technischen Lösungen zur personenspezifischen und technischen Sicherheit, zur Leistungs- und Netzqualitätssicherung sowie Zuverlässigkeitserhöhung von dezentralen netzgekoppelten Energieerzeugungsanlagen wie z.B. Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerken und Brennstoffzellenaggregaten. Parallel hierzu wurde der deutsche Normarbeitskreis DKE 373.09 ins Leben gerufen, der die nationalen und internationalen Normaktivitäten flankierend unterstützt.

Eine Analyse zum Stand der Technik und zu ersten technischen Lösungsansätzen konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die neu entwickelte Messinfrastruktur in einem Großlabor des ISET und der Universität Kassel (DeMoTec) lässt das gleichzeitige Betreiben von 24 unterschiedlichen Wechselrichtern und von mindestens drei BHKW an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt zu, wobei vorher im realen Netz detektierte Störphänomene simulativ in das Labornetz zum Testen eingeprägt werden können. Es hat sich bereits eine Nutzergemeinschaft für ein neues Netzimpedanzmessverfahren zur Inselnetzerkennung etabliert. Dieses inzwischen in Europa und in den USA zum Patent angemeldete Messverfahren wird im Rahmen des Forschungsprojektes gerätetechnisch marktreif gemacht.

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