168 Bewerbungen

Projekt aus Kanada gewinnt Bremer Umweltpreis

Der erste Preis des Umweltunternehmens geht dieses Jahr an einen Solar-Waschsalon aus Kanada. Aus den sieben Finalisten wurden insgesamt drei Projekte ausgezeichnet. Ein weiteres Projekt, eine Ökosiedlung in Großbritannien, bekam aufgrund herausragender Erfolge eine spezielle Anerkennung.

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Bremen (red) - Prof. Dr. Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), verlieh gemeinsam mit Umweltsenator Jens Eckhoff jetzt den "bremer umweltpreis international" 2004. Der Preis, für den insgesamt 168 Bewerbungen eingingen, richtete sich an Projekte, an denen mindestens ein Unternehmen mit einem weiteren Partner aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik oder einer Nichtregierungsorganisation beteiligt ist.

Die Jury hatte es nicht leicht, sich unter den sieben Finalisten zu entscheiden. "Gerne hätten wir alle ausgezeichnet, denn die Maßnahmen jeder Bewerbung zeugen von unternehmerischer Weitsicht und Umweltverantwortung", so Harald Emigholz, Vorsitzender des Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft e.V. und Ausrichter des Preises.

Töpfer würdigte in der Feierstunde nicht nur die Sieger, sondern auch Bremens herausragende Stellung, was das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit angehe. Bremen behaupte sich im internationalen Vergleich als Vorreiter im Bereich innovativer Umwelttechnologien. Im Anschluss an die Preisverleihung nutzten die rund 300 Gäste die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Den ersten Platz mit 20 000 Euro Preisgeld belegt der "Beach Solar Laundromat Wash and Fold" aus Kanada, ein solarbetriebener Waschsalon. Hier basiert zum einen das Energiemanagement auf der Nutzung von Sonnenenergie, was die die Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent senkt. Zum anderen schaffte Alex Winch, Inhaber des Waschsalons, in Kooperation mit einer Nachbarschaftsinitiative Arbeitsplätze für Neu-Kanadier, um diesen die Integration und den Spracherwerb zu erleichtern.

Das "Ukrainian Network for Local Environmental Sustainability" unter der Leitung von Dr. Yuriy Kerbunov, Umweltberater der Kommune Nikolaev, ist für die Jury ein gelungenes Beispiel internationaler und nachhaltiger Kooperation und wurde mit 10 000 Euro ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem britischen Partner Global to Local wurden in der Kommune Nikolaev erfolgreich Umweltmanagement-Systeme eingeführt, die die Schwefeldioxid- und die Wasserverschmutzung ebenso erheblich reduzierten wie auch den Frischwasserverbrauch. Darüber hinaus wurde der Brennstoff Kohle durch Erdgas ersetzt.

Die Otto (GmbH & Co. KG) setzt nach Meinung der Jury Maßstäbe mit ihrem Projekt "EcoMTex" im Bereich Produktion und Vertrieb von Ökotextilien für den Massenmarkt. Dr. Johannes Merck, Direktor Umwelt- und Gesellschaftspolitik von Otto, etablierte mit seinem Team eine komplette Produktionskette mit ökologisch angebauter Baumwolle, bioverträgliche Zusatzstoffe bis hin zu umweltschonenden Herstellungsprozessen. Damit wird sowohl das Verbraucherbewusstsein geschärft als auch nachhaltig und umweltfreundlich gewirtschaftet und produziert. Diese dritte Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Mit einem Spezialpreis von 2500 Euro ausgezeichnet wurde das BedZED-Projekt von Beddington Zero Energy Development. Großbritanniens größte so genannte Öko-Siedlung mit 82 Wohnungen und Büros setzt auf erneuerbare Energien aus Sonne und Windkraft. Regenwasser wird in Tanks gesammelt und 40 Bewohner der Siedlung teilen sich nur drei Autos. Die Jury sieht darin ein Paradebeispiel nachhaltigen und zukunftsweisenden Bauens und Wohnens, mit einem hohen Potential an ressourcenschonenden Einsparmöglichkeiten. Der Spezialpreis kommt einem weiteren Projekt der BioRegional Development Group in Johannesburg zugute.