Widerspruch zum Klimaschutz

Professoren fordern Stopp der Planungen für Mainzer Kohlekraftwerk

Professoren von vier Hochschulen in Rheinland-Pfalz und Hessen sprechen sich nachdrücklich gegen den Bau des geplanten Kohlekraftwerkes zwischen Mainz und Wiesbaden aus. In einem offenen Brief an die Oberbürgermeister der Städte Mainz, Wiesbaden und Darmstadt fordern die 49 Hochschullehrer den Stopp der Planungen.

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Mainz (ddp/sm) - Der Plan sei klimaschädlich und widerspreche allen Erklärungen der drei Kommunen zum Klimaschutz, sagte der Mainzer Physikprofessor Konrad Kleinknecht, einer der Mitinitiatoren des Briefes, am Dienstag in einem ddp-Interview. "Man kann nicht einerseits schöne Sonntagsreden halten und dann solche Dinge beschließen", kritisierte er.

Hauptkritikpunkt der Professoren, darunter auch der Chemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen, ist der Kohlendioxid-Ausstoß des neuen Kraftwerks. Hier werde eine Vervierfachung des Ausstoßes auf jährlich fast vier Millionen Tonnen CO2 beabsichtigt, das sei "selbst im deutschen Maßstab enorm", sagte Kleinknecht. Damit wäre der Mainzer Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Kleinknecht zufolge haben die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden die Genehmigung für ein umweltfreundlicheres Gaskraftwerk vorliegen, das sofort gebaut werden könnte. Stattdessen werde aus rein wirtschaftlichen Gründen ein Kraftwerk mit der billigeren Kohle geplant, das zudem doppelt so groß sei wie für die Region nötig, kritisierte er. «Ich sehe keinen Grund, dieses Riesending zu bauen", sagte Kleinknecht.

Stattdessen forderte der Physikprofessor, konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen und die Förderung von Wohnungssanierungen zu erhöhen. Am Samstag wollen die Professoren mit einer Demonstration in Mainz gegen den Kraftwerksbau protestieren.