Nationale Aufgabe

Probst: Grenzregionen in Standortsuche für Schweizer Atommüll-Endlager stärker einbeziehen

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Simone Probst, hat die Schweizer Behörden aufgefordert, die deutsche Bevölkerung in den Grenzregionen stärker in die Suche nach einem geeigneten Endlager für Atomabfälle einzubeziehen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Simone Probst, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, hat heute den Landkreis Waldshut in der deutsch-schweizerischen Grenzregion besucht und mit Bürgern, Umweltverbänden sowie Vertretern von Gemeinden und Kreisen Gespräche geführt. Im Mittelpunkt stand die Sorge vieler Menschen der Region über das derzeitige Sondierungs- und Untersuchungsprogramm der Schweizer Bundesregierung für ein Atommüll-Endlager und die damit verbundenen Probebohrungen in der Nähe der deutschen Grenze. "Ich unterstütze die Forderungen der deutschen Gemeinden nach stärkerer Beteiligung bei der Standortauswahl nachdrücklich", sagte Simone Probst.

Probst begrüßte, dass das Schweizer Bundesamt für Energie bisher zwei Informationsveranstaltungen über die Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz durchgeführt hat. Dies geschah auch auf Initiative des Bundesumweltministeriums und der Deutsch-Schweizer-Kommission für die Sicherheit kerntechnischer Anlagen. Die Gespräche sollten in erster Linie den Gemeinden auf deutscher Seite Gelegenheit geben, sich eingehend über die Arbeiten zu informieren und ihre Positionen und Wünsche im Hinblick auf eine Endlagerentscheidung der Schweiz darzustellen. Auf einer weiteren Veranstaltung im April nächsten Jahres soll insbesondere die Methode des Auswahlverfahrens für das Schweizer Atommüll-Endlager im Mittelpunkt stehen. Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein, in die Veranstaltung in Abstimmung mit den Schweizer Behörden auch Kommunalpolitiker und Umweltverbände der Grenzregion einzubeziehen. "Die Standortsuche für ein Atommüllendlager ist und bleibt ein Problem für jedes Land, das Atomenergie genutzt hat. Dies gilt es als nationale Aufgabe zu lösen", sagte Simone Probst abschließend.