Sparprogramm

Probleme in England: TXU stoppt Europa-Aktivitäten vorläufig

Der amerikanische Energiekonzern TXU hat für seine Aktitiväten in Europa die Notbremse gezogen: Die weitere Expansion auf dem deutschen Markt wurde auf Eis gelegt, 900 Millionen Dollar sollen jährlich eingespart werden. Auch im Gespräch: Der Verkauf von Tochterunternehmen. Inwieweit die Stadtwerke Kiel, ares oder die BVAG betroffen sind, ist noch unklar.

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Der amerikanische Energiekonzern TXU Corp. (Dallas) will mit einem Verkauf von Teilen seines Europa-Geschäfts und einem restriktiven Sparprogramm die Liquidität des Konzerns sichern. Wie die "Kieler Nachrichten" in den vergangenen Tagen mehrfach berichteten, hatte der Konzern aufgrund von Problemen im britischen Strommarkt, wo TXU Europe mehr als fünf Millionen Kunden mit Energie versorgt, eine Gewinnwarnung herausgegeben und die Dividende um 80 Prozent gekürzt. Zudem verhandele der Konzern mit den Banken über weitere Kredite.

Problem: Großbritannien

Der Strommarkt in Großbritannien ist auch nach mehreren Jahren der Liberalisierung stark umkämpft, die Strompreise sinken stetig. Zwar versucht TXU derzeit, seine Stromverträge neu zu verhandeln, derzeit zahlt das Unternehmen jedoch mehr, als es bekommt, berichten die "Kieler Nachrichten" in ihrer Online-Ausgabe.

Einstieg in Lübeck geplatzt

Aus diesem Grund hat der amerikanische Mutterkonzern jetzt wohl die Notbremse für das Europageschäft gezogen. Der mit dem Erwerb der Stadtwerke Kiel (51 Prozent), der ares Energie-direkt GmbH (100 Prozent) und der Braunschweiger Versorgungs-AG (74,9 Prozent) in Deutschland begonnene Aufbau einer Art "Stadtwerke-Netz" wurde jetzt auf Eis gelegt. Davon betroffen dürfte auch der geplante Einstieg bei den Lübecker Stadtwerken sein.

Werden deutsche Unternehmen verkauft?

Doch damit nicht genug. Wie jetzt Christian Judge von TXU Europe in Großbritannien dem strom magazin auf Anfrage bestätigte, plant TXU den Verkauf eines Teils des Europa-Geschäfts. Ob sich auch die deutschen TXU-Töchter in Kiel, Braunschweig und Berlin auf einen neuen Eigentümer gefasst machen müssen, ist indes noch unklar. Presseberichten zufolge soll der Düsselsorfer E.ON-Konzern bereits Interesse angemeldet haben. Judge bestätigte dem strom magazin, dass das Interesse an Teilen des europäischen TXU-Geschäftes groß sei, wollte konkrete Namen jedoch nicht nennen. Seinen Angaben zufolge wartet TXU jetzt auf konkrete Angebote und wird dann entscheiden.