Umstritten

Probe-Ölbohrungen vor den Kanaren genehmigt

Die spanische Regierung hat am Donnerstag Probe-Ölbohrungen vor den Küsten der Kanarischen Inseln genehmigt. Die Bohrungen sollten von einem Schiff aus 60 Kilometer vor der Küste der Ferieninseln Fuerteventura und Lanzarote vorgenommen werden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten.

Ölförderung© Jim Parkin / Fotolia.com

Madrid (dpa/AFP/red) - Das spanische Umweltministerium hat grünes Licht für umstrittene Probebohrungen nach Erdöl bei den Kanarischen Inseln gegeben. Es erließ allerdings eine Reihe von Auflagen. Es dürften dabei aus dem Meeresgrund nur Proben entnommen werden, die auf mögliche Erdölvorkommen untersucht werden sollen. In keinem Fall dürfe bei den Bohrungen Erdöl gefördert werden. Das Ministerium verlangte außerdem, dass strikte Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt getroffen werden.

Gegenwind aus mehreren Richtungen

Auf den Kanaren sind die Regierung und das Parlament der Inselgruppe sowie die Tourismusbranche strikt gegen das Vorhaben. Die Inselverwaltung von Fuerteventura hatte vor dem Obersten Gerichtshof gegen das Vorhaben geklagt. Nach Informationen des Klägers wird die Entscheidung des Gerichts in den kommenden Wochen erwartet.

Umweltschutzorganisationen kritisierten das Vorhaben als eine "schwere Bedrohung" für die Umwelt und für den Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle der Kanaren. In einer gemeinsamen Erklärung von mehreren Organisationen, darunter Greenpeace, WWF und Birdlife wurde die Entscheidung Madrids als "ungerechtfertigt" bezeichnet.

Quelle: DPA