Zwischenlager

Priska Hinz: Hessen würde Atommüll lagern

Für den wiederkehrenden Atommüll aus dem Ausland gibt es möglicherweise ein drittes Bundesland, das sich freiwillig für die Wiederaufnahme erklärt. Nachdem Bundesumweltministerin Hendricks mit der bundesweiten Verteilung drohte, meldet sich die hessische Umweltministerin zu Wort.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Wiesbaden/München (dpa/red) - Im Streit um den nach Deutschland aus der Wiederaufarbeitung im Ausland zurückkehrenden Atommüll hat Hessen Bereitschaft zur Aufnahme signalisiert. "Die hessische Landesregierung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass Hessen nach sachlicher und fachlicher Prüfung eine Zwischenlagerung von Castoren mit wiederaufbereitetem Atommüll akzeptieren würde", sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag.

Hendricks droht mit bundesweiten Verteilung

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte mit einer bundesweiten Verteilung gedroht, weil nicht genügend Länder zur Aufnahme bereit seien. Sie griff vor allem Hessen und Bayern an. Sie hat ihr Ministerium angewiesen, ein Lagerkonzept für die 26 insgesamt noch zurückerwarteten Castor-Behälter zu erarbeiten.

Ein Bundesland fehlt

Zur Aufnahme bereit sind Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, es fehlt ein drittes Bundesland. Die Castor-Behälter sollen nicht mehr in das zentrale Zwischenlager Gorleben, um im Zuge der geplanten bundesweiten neuen Endlagersuche keine weiteren Fakten für ein Endlager im nahe gelegenen Salzstock zu schaffen.

Das bayerische Umweltministerium warf Hendricks Tatenlosigkeit vor. Die Gespräche mit den Ländern seien seit Sommer 2014 nicht mehr weitergeführt worden, sagte ein Sprecher. Die Unterbringung sollte möglichst dort erfolgen, wohin die Transportwege kurz seien. Zum einen kommt noch Atommüll aus dem britischen Sellafield zurück, zum anderen aus La Hague (Frankreich).

Quelle: DPA