Bilanz

Primärenergieverbrauch steigt in Deutschland weiter

Der gesamte Primärenergieverbrauch in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum witterungs- und konjunkturbedingt angestiegen. Dies ergeben aktuelle Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB).

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Danach stieg der Gesamtverbrauch um 1,5 Prozent auf knapp 360 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE).

Der Mineralölverbrauch lag insgesamt knapp ein Prozent unter dem Vergleichswert für 2005. Während Ottokraftstoff und Chemiebenzin rückläufig waren, gab es eine erhöhte Nachfrage nach leichtem und schwerem Heizöl, sowie nach Flugbenzin (Zuwachs etwa vier bis fünf Prozent).

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent auf 82,5 Millionen Tonnen SKE. Verantwortlich für den Verbrauchsanstieg waren nach AGEB-Angaben die kalte Witterung in den ersten vier Monaten des Jahres und der damit verbundene überdurchschnittliche Nachfragezuwachs zur Raumheizung.

Der Einsatz in Kraftwerken erhöhte sich nach der Inbetriebnahme neuer Anlagen vor allem zur Kraftwärmekopplung bei niedriger Verfügbarkeit der Windenergie um rund ein Zehntel, während der industrielle Erdgasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig wuchs.

Der Steinkohlenverbrauch lag in den ersten neun Monaten 2006 mit 47,0 Millionen Tonnen SKE oder 2,1 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Dazu trugen sowohl der höhere Steinkohleneinsatz in der Elektrizitätswirtschaft als auch in der Stahlindustrie bei. Der Braunkohlenverbrauch war wegen geringerer Kraftwerksverfügbarkeit um 1,7 Prozent niedriger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Stromerzeugung in Braunkohlenkraftwerken blieb entsprechend niedriger.

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke übertraf das Vorjahresergebnis um 4,7 Prozent. Diejenige der Wasserkraftwerke ging um ein Prozent, die der Windkraftanlagen um rund acht Prozent zurück; zusammengenommen reduzierte sich die Stromerzeugung dieser beiden Bereiche um fünf Prozent. Der Verbrauch von Sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger, wie Biokraftstoffe,) stieg gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Primärenergieverbrauch betrug in den ersten drei Quartalen 2006 insgesamt ähnlich wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum etwa vier Prozent.

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