Statistik

Primärenergieverbrauch stagniert 2003

Der Primärenergieverbrauch im Jahr 2003 blieb mit knapp 490 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten nahezu unverändert. Bei den einzelnen Energieträgern gab es allerdings deutliche Unterschiede. Während der Anteil des Mineralöls um einen vollen Prozentpunkt auf 36,2 Prozent zurückging, setzte sich der Anstieg des Erdgases von 21,7 auf 22,5 Prozent fort.

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Nach vorläufigen Berechnungen der Hamburger ExxonMobil, der Muttergesellschaft von Esso und Mobil, lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2003 mit knapp 490 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten ähnlich wie im Vorjahr. Bei den einzelnen Energieträgern gab es allerdings deutliche Unterschiede. Während der Anteil des Mineralöls um einen vollen Prozentpunkt auf 36,2 Prozent zurückging, setzte sich der Anstieg des Erdgases von 21,7 auf 22,5 Prozent fort. Die nicht nur zur Verstromung eingesetzte Steinkohle konnte ihren Anteil am Primärenergieverbrauch von 13,1 auf 13,6 Prozent steigern.

Zu diesem Ergebnis trugen zwei gegenläufige Faktoren bei: Das Wetter im Jahr 2003 war deutlich kälter als im Vorjahr, so dass mehr Energie für die Raumwärme aufgewendet werden musste, der Mehrverbrauch bei Erdgas stammt z.B. ausschließlich aus dem ersten Quartal. Andererseits sank durch die schwache Konjunktur der Absatz der im Verkehrsbereich eingesetzten Mineralölprodukte.

Wie in den Vorjahren sank auch im Jahr 2003 der Inlandsabsatz an Mineralölprodukten gegenüber dem Vorjahr. Mit 113,5 Millionen Tonnen lag er um 3,7 Prozent unter dem Absatz des Jahres 2002. Noch 1998 betrug der Inlandsabsatz 127,4 Millionen Tonnen, womit in fünf Jahren ein Rückgang von über zehn Prozent eingetreten ist. Der Grund liegt laut ExxonMobil im wesentlichen in Effizienzverbesserungen. Bessere Wärmedämmung in Häusern, bessere Kessel und Brenner hätten den Heizölverbrauch gesenkt, die Fahrzeuge der neueren Generation seien erheblich sparsamer als die Altfahrzeuge.

Mit 5,5 Prozent war der Rückgang bei Ottokraftstoff am stärksten. Statt 27,2 Millionen Tonnen wie im Jahr 2002 wurden 2003 nur noch 25,7 Millionen Tonnen in Deutschland abgesetzt. Bei Diesel war der Rückgang nicht ganz so stark. Er betrug 2,9 Prozent, so dass im Inland noch 27,8 Millionen Tonnen verkauft wurden, rund eine Million Tonnen weniger als im Vorjahr.

Der Heizölkonsum im Inland ging trotz niedrigerer Temperaturen um 2,3 Prozent zurück und sank damit auf 27,9 Millionen Tonnen. Zwar brachten die Monate April und Mai durch die vorangegangene kältere Witterung einen Mehrabsatz gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres, die Effizienzsteigerungen auf dem Gebiet der Raumheizung führten jedoch insgesamt zu Einsparungen von über 650 000 Tonnen, bilanziert ExxonMobil. Die Verbraucher hätten sich wie in den Vorjahren wieder äußerst preisbewusst verhalten und bei niedrigem Preis verstärkt eingekauft.

Die Rohölimporte nach Deutschland erhöhten sich im Jahr 2003 um 2,4 Prozent auf 107,2 Millionen Tonnen. Dabei baute die GUS ihren Vorsprung vor den anderen Lieferanten weiter kräftig aus: Mit 42,2 Millionen Tonnen erhöhte sie ihren Beitrag aus dem Vorjahr um 3,7 Millionen Tonnen. Die norwegischen Lieferungen blieben mit 22,2 Millionen Tonnen unverändert, Großbritannien lieferte nur noch 11,2 Millionen Tonnen. Der gesamte OPEC-Beitrag lag mit 20,8 Millionen Tonnen unter der 20 Prozent-Grenze, der Nordsee-Beitrag blieb mit 35,5 Millionen Tonnen fast unverändert.

Die Förderung inländischen Rohöls erhöhte sich um 100 000 Tonnen auf 3,8 Millionen Tonnen, weil bei dem anhaltend hohen Rohölpreis auch die hiesige kostenintensive Förderung rentabel blieb. Die Produktenimporte sanken um eine Million Tonnen, die Produktenausfuhr erhöhte sich um eine Million Tonnen, womit ein Großteil der erhöhten Rohölimporte erklärt ist. Die Raffinerien behielten ihre Verarbeitungskapazität mit knapp 114 Millionen Tonnen unverändert bei. Infolge des höheren Rohöldurchsatzes stieg ihre Auslastung von 93,8 auf 96,3 Prozent.