In den ersten drei Quartalen

Primärenergieverbrauch in Deutschland stagniert

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland war nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 355 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Grund: Gegenläufig die deutlich kältere Witterung im ersten Quartal dieses Jahres und die insgesamt schwache Konjunktur.

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Der Mineralölverbrauch lag mit 133,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten insgesamt um 2,7 Prozent unter dem Vergleichswert für 2002. Einem Absatz von leichtem Heizöl auf Vorjahresniveau (0,2 Prozent) standen teilweise starke Rückgänge vor allem bei den Kraftstoffverbräuchen (Ottokraftstoff: minus 5,4 Prozent, Dieselkraftstoff: minus 2,7 Prozent) und den übrigen Produkte gegenüber.

Erdgasverbauch stieg

Der Erdgasverbrauch stieg um 4,1 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Die Entwicklung war maßgeblich von den extremen Temperaturen geprägt: So stand einem temperaturbedingt kräftigen Anstieg um 14 Prozent im ersten Quartal ein deutlicher Rückgang um 13 Prozent im dritten Quartal gegenüber. Eine höhere Erdgasnachfrage verzeichneten sowohl der Haushaltssektor als auch die Kraftwirtschaft und die Industrie.

Mehr Stein- und weniger Braunkohle

Der Steinkohlenverbrauch war mit 49,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 5,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung war vor allem der deutliche Anstieg beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft sowie der noch leicht höhere Verbrauch in der Stahlindustrie. Der Braunkohlenverbrauch lag in den ersten drei Quartalen 2003 mit 41,0 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 2,1 Prozent unter der Menge des Vorjahres. Die Veränderungen sind laut AG Energiebilanzen im Wesentlichen auf die Entwicklung bei den Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung sowie den Rückgang beim Einsatz zur Veredlung zurückzuführen.

Erzeugung in Wasserkraftwerken ging zurück

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit fast 44,9 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten nahezu den Vorjahreswert. Diejenige der Wasserkraftwerke ging um etwa zwölf Prozent zurück, während die der Windkraftanlagen um etwa 14 Prozent stieg. Zusammengenommen stieg die Stromerzeugung dieser beiden Bereiche um drei Prozent. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger, wie zum Beispiel Biokraftstoffe) stieg gegenüber dem Vorjahr.