Milde Witterung

Primärenergieverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr 2002 niedriger als im Vorjahr

Schwache Konjunktur und die spürbar mildere Witterung haben dazu beigetragen, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr dieses Jahres um 2,5 Prozent zurückging. Dabei nahm die Stromerzeugung der Kernkraftwerke um 2,1 Prozent ab, während diejenige der Wasser- und Windkraftanlagen zusammen um knapp 16 Prozent stieg.

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Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im ersten Halbjahr 2002 etwa 241 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (7068 Petajoule). Das waren 2,5 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Bei schwacher Konjunktur hat zu diesem Rückgang auch die im Vergleich zum Vorjahr spürbar mildere Witterung beigetragen.

Der Mineralölverbrauch war mit 88,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 3,6 Prozent niedriger als der durch Sondereffekte bestimmte, relativ hohe Verbrauch im ersten Halbjahr 2001. Vergleicht man die Entwicklung mit der im Jahr 2000, so ergibt sich nur ein Rückgang um ein Prozent. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 stark gesunken ist vor allem der Absatz von leichtem Heizöl (minus 13 Prozent). Auch die übrigen Mineralölprodukte verzeichneten überwiegend Nachfragerückgänge.

Der Erdgasverbrauch sank um 3,1 Prozent auf 55,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten, maßgeblich bedingt durch die im Vorjahresvergleich deutlich wärmeren Temperaturen und die schwache Konjunktur. Dies führte zu niedrigerer Erdgasnachfrage insbesondere im Haushaltssektor, aber auch in der Industrie. Der Steinkohlenverbrauch war mit 31,1 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 3,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich dafür waren der konjunkturbedingt geringere Verbrauch in der Stahlindustrie sowie der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft.

Der Verbrauch von Braunkohle lag im ersten Halbjahr 2002 mit 28,2 Millionen Steinkohleeinheiten auf dem Vorjahresniveau. Die Kohlenförderung war zwar höher, doch führten ein niedrigerer durchschnittlicher Heizwert sowie ein deutlicher Rückgang bei den Importen von Hartbraunkohle zu diesem Ergebnis. Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke nahm um 2,1 Prozent ab, während diejenige der Wasser- und Windkraftanlagen zusammen um knapp 16 Prozent stieg.

Im ersten Halbjahr 2002 wurde mehr Strom aus dem Ausland bezogen als geliefert, so dass ein leichter Importüberschuss entstand.