Primärenergieverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr 2000 spürbar zurückgegangen

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Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im ersten Halbjahr 2000 etwa 240 Millionen t SKE, das waren 4,1 Millionen t SKE oder 1,7 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres (Tabelle). Die im Durchschnitt wärmere Witterung, vor allem aber Sonderentwicklungen beim Mineralöl haben wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen.


Der Mineralölverbrauch lag mit 88,8 Millionen t SKE um fast 6 Millionen t SKE oder rund 6 Prozent unter dem Vergleichswert von 1999. Die Entwicklung des Mineralölverbrauchs wurde vor allem durch die starken Rückgänge beim Absatz von leichtem (etwa -21 Prozent) und schwerem Heizöl (fast -17 Prozent) bestimmt. Die Absatzeinbußen beim leichten Heizöl sind insbesondere damit zu erklären, dass die Verbraucher angesichts hoher Ölpreise Kaufzurückhaltung übten. Der Verbrauch von Ottokraftstoff sank um 4,4 Prozent, dagegen stieg der Verbrauch von Flugkraftstoffen (5,3 Prozent) und Rohbenzin (3,8 Prozent). Der Erdgasverbrauch nahm um 0,4 Millionen t SKE oder 0,8 Prozent auf 55,5 Millionen t SKE zu, maßgeblich bedingt durch den höheren Einsatz in der Industrie und die weiter gestiegene Zahl erdgasbeheizter Wohnungen. Demgegenüber ging der Erdgaseinsatz zur Stromerzeugung zurück. Der Verbrauch an Steinkohlen war mit 32,5 Millionen t SKE um 0,5 Millionen t SKE oder 1,7 Prozent höher als vor einem Jahr. Hierzu trug vor allem die günstige Konjunktur in der Stahlindustrie bei. Die Steinkohlenbezüge der Elektrizitätswirtschaft waren annähernd stabil.


Der Braunkohlenverbrauch wuchs um 0,7 Millionen t SKE oder 2,8 Prozent auf 26,1 Millionen t SKE. Die Lieferungen an die Kraftwerke erhöhten sich um 3,1 Prozent; die Herstellung von Braunkohlenprodukten nahm ebenfalls zu. Der Einsatz der Kernkraftwerke zur Stromerzeugung blieb mit knapp 31 Millionen t SKE nahezu unverändert (- 0,3 Prozent). Die Stromerzeugung der Wasser- und Windkraftanlagen war gegenüber dem ersten Halbjahr 1999 um 7,3 Prozent höher.