Bilanz

Primärenergieverbrauch im ersten Halbjahr kräftig gestiegen

Deutschland hat im ersten Halbjahr 2006 knapp drei Prozent mehr Primärenergie verbraucht als zwischen Januar und Juli 2005. Das ergab die aktuelle Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB). Besonders stark profitierten leichtes Heizöl und Gas, wohingegen die Windenergienutzung sank.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Köln (red) - Der Energieverbrauch in Deutschland lag in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um knapp drei Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) stieg der Bedarf an Primärenergieträgern im ersten Halbjahr 2006 um 6,8 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten auf insgesamt 251,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten.

Verantwortlich für den ungewöhnlichen Verbrauchsanstieg war laut AGEB die kalte Witterung in den ersten Monaten des Kalenderjahres. Besonders stark profitierten das leichte Heizöl vom Witterungsverlauf mit einem Absatzzuwachs von fast 13 Prozent und das Erdgas mit einem Zuwachs von über neun Prozent. Der gesamte Mineralölverbrauch erhöhte sich nur leicht um 0,7 Prozent infolge rückläufiger Absätze beim Ottokraftstoff von knapp sieben Prozent und beim Rohbenzin um fast fünf Prozent.

Auch beim Diesel gab es ein leichtes Minus. Flugbenzin lag dagegen mit fast sechs Prozent im Plus. Der Verbrauch von Steinkohle blieb stabil. Der Verbrauch an Braunkohle stieg infolge der höheren Stromerzeugung leicht an. Die Kernenergie konnte ihren Beitrag zur Primärenergiebilanz des ersten Halbjahrs um über drei Prozent steigern.

Die Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung brach witterungsbedingt um ein Fünftel ein, obwohl allein 2005 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1800 Megawatt neu errichtet wurden. Die Wasserkraftwerke erzeugten vier Prozent weniger Strom. Biomasse und andere erneuerbare Energien steigerten ihren Beitrag um knapp fünf Prozent. Insgesamt konnten etwa 4,5 (Vorjahr: 4) Prozent des inländischen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.