Ausgezeichnet

Preisverleihung für Erdgas-Innovationen

Am Dienstagabend wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Preisträger des "Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2006" ausgezeichnet. Gewürdigt wurden damit neue Ansätze zur Energieeinsparung sowie der Emissionsminderung durch rationellen Erdgaseinsatz.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Kaiserslautern (red) - Die Auszeichnung ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird seit 1980 im Rhythmus von zwei Jahren von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. vergeben. Schirmherren sind der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) und der Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Die Preise wurden von der Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug übergeben.

Der "Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft" ist in zwei Kategorien gegliedert – in den "Preis für Planung, Forschung und Entwicklung" sowie den "Preis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr", der zusammen mit dem ADAC vergeben wird.

Den mit 20.000 Euro dotierten "Preis für Planung, Forschung und Entwicklung" erhielt die Firma OTAG aus dem sauerländischen Olsberg für den "lion-Powerblock". Dahinter verbirgt sich eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage für Ein- und Mehrfamilienhäuser zur gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme. Die Vorteile dieser Strom erzeugenden Heizung liegt unter anderem in einem sehr hohen Brennstoffnutzungsgrad. Außerdem zeichne sich der Powerblock durch geringere Wartungskosten sowie lange Wartungsintervalle aus.

Zudem vergab die Jury in dieser Kategorie noch zwei Auszeichnungen, verbunden jeweils mit 7.500 Euro Geldprämie. Eine ging an die isocal HeizKühlsysteme GmbH aus Friedrichshafen für die Kombination einer Gas-Absorptionswärmepumpe mit einem Eisspeicher. Das Prinzip dieser Innovation besteht darin, im Heizbetrieb dem Wasser des Eisspeichers die Wärme so lange zu entziehen, bis es komplett zu Eis gefroren ist. Die hierin gespeicherte Kälte steht dann im Sommer nahezu ohne energetischen Aufwand für Kühlprozesse zur Verfügung.

Die zweite Auszeichnung erhielt die CANON Gießen GmbH, die zusammen mit der Stadtwerke Gießen AG sowie der Firma Köhler & Ziegler Anlagentechnik GmbH aus Lollar eine innovative Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung entwickelte. Basis dafür bildet ein Blockheizkraftwerk, das neben Strom auch die Grundlast für die Wärmeversorgung sowie die für den Betrieb einer Absorptionskältemaschine notwendige Wärmeenergie liefert. Diese Kältemaschine dient wiederum der Bereitstellung der Kälte-Grundlast. Mit dieser Lösung werden die Energiekosten gesenkt und die Kohlendioxid-Emissionen deutlich reduziert.

Den mit 12.000 Euro dotierten "Preis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr" erhielt das Projekt "Clean Engine Vehicle (CEV) – Entwicklung eines niedrigstemittierenden und verbrauchsarmen Erdgasantriebs" der schweizerischen Forschungsanstalt EMPA Dübendorf, des Laboratoriums für Aerothermochemie und Verbrennungssysteme der ETH Zürich und des Instituts für Mess- und Regeltechnik der ETH Zürich. In dessen Rahmen wurde ein VW Polo auf Erdgasantrieb so umgerüstet, dass im Vergleich zu einem Benzin-Fahrzeug gleicher Motorleistung die Kohlendioxid-Emissionen um 30 Prozent gesenkt wurden. Zudem gelang es, auch andere Schadstoffemissionen so weit zu minimieren, dass das Fahrzeug die strengsten europäischen und kalifornischen Abgasgrenzwerte einhält.

Weiterhin erhielt die BRA GmbH aus Schweinfurt eine mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung für die Entwicklung eines leistungsfähigen Sportfahrzeuges mit Erdgasantrieb. Ziel dieses Projektes war die Durchführung einer 24-stündigen Rekordfahrt. Mit ihr sollten die ökonomischen und ökologischen Erfolgsfaktoren von Erdgasfahrzeugen sowie deren Leistungsfähigkeit dokumentiert werden.

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