Nach der Katastrophe

Präfektur Fukushima fordert Abbau von Atomkraftwerken

Die von der Atomkatastrophe im März getroffene japanische Provinz Fukushima hat den vollständigen Abbau der Kernkraftwerke des Betreibers Tepco in der Region gefordert. Beide Meiler, Fukushima I und II, sollen komplett zurückgebaut werden. Etwas anderes sei der traumatisierten Bevölkerung nicht zu vermitteln.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Nach monatelangen Debatten seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass es besser sei, die beiden nur zwölf Kilometer auseinander liegenden Atomkraftwerke Fukushima I und Fukushima II komplett zu entfernen, teilte die Präfektur am Mittwoch mit. Damit würde die Region zwar auf Zuschüsse verzichten, die für atomare Anlagen gewährt werden. Die Präfektur hielt es jedoch für schwer vermittelbar, einer von dem Atomunglück traumatisierten Bevölkerung den Fortbestand der Kernkraftwerke zu erklären.

Region wurde radioaktiv verseucht

Die Provinz Fukushima wurde infolge der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März zu großen Teilen radioaktiv verseucht. Die Regierung in Tokio hat bereits den Abbau der sechs Reaktoren von Fukushima I angekündigt. Vier von ihnen waren durch die Katastrophe schwer beschädigt worden, teilweise trat eine Kernschmelze ein. Der Betreiber Tepco will bisher nur die vier beschädigten Reaktoren zurückbauen. Zu Fukushima II mit vier weiteren Reaktoren gibt es bisher keinen Beschluss. Die Anlage war während der Katastrophe nur realtiv leicht beschädigt worden.

Die Behörden der Region Fukushima wollen nun auf die erneuerbaren Energien umsteigen und Technologien dafür entwickeln, dass die Umwelt möglichst schnell gereinigt wird. Über 150.000 Menschen in der Region mussten ihre Häuser nach der Atomkatastrophe verlassen.

Quelle: AFP