BUND und BKWK

Positionspapier: Euphorie und Ernüchterung bei Brennstoffzellen-Kraftwerken

Der B.U.N.D Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung haben ein gemeinsames Positionspapier zu Chancen und Hemmnissen von stationären Brennstoffzellen vorgelegt. Tenor: Die Brennstoffzelle ist keine Alternative zur Kraft-Wärme-Kopplung, sondern eine attraktive Möglichkeit.

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Berlin (red) - Brennstoffzellen für den Einsatz im Kraftwerksmarkt stehen vor einer Weggabelung. Auf der einen Seite zeugen Unternehmens-Allianzen und Pilotprojekte von Aufbruchstimmung. Auf der anderen Seite kehrt eine gewisse Ernüchterung ein, nicht nur bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Einführung, der immer wieder korrigiert wurde, sondern auch bezüglich der sich öffnenden Marktperspektiven. Der B.U.N.D Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung haben nun ein gemeinsames Positionspapier zu Chancen und Hemmnissen von stationären Brennstoffzellen vorgelegt.

"Brennstoffzellen bieten zwei wesentliche Vorteile", erläutert Martin Pehnt, Autor des Positionspapiers und Wissenschaftler am IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung. "Einen potenziell hohen elektrischen Nutzungsgrad und äußerst geringe Schadstoff-Emissionen." Dennoch warte die Brennstoffzelle seit ihrer Erfindung vor 160 Jahren auf den Durchbruch und werde in diesem Jahrzehnt keine nennenswerte Rolle im Energiemarkt spielen. Das liege an einer Reihe entscheidender Hemmnisse, vor allen Dingen an der noch mangelhaften technischen Reife der Systeme und an den hohen Investitionskosten.

"Seit einigen Jahren kursieren überzogene Erwartungen an die Brennstoffzelle, die sich energiepolitisch kontraproduktiv auswirken", warnt der langjährige Energieexperte Klaus Traube, ebenfalls Autor des Papiers und Vizepräsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung. Fatal wäre es beispielsweise, wenn das Warten auf die Brennstoffzelle die Installation anderer KWK-Anlagen behindern würde. Motorische Blockheizkraftwerke, Gasturbinen und neuerdings auch Stirling-Motoren stünden bereits heute für unterschiedliche Anwendung auf dem Markt zur Verfügung. Gegenüber diesen Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologien falle der Klimavorsprung der Brennstoffzelle wegen der in der Regel geringeren Gesamtnutzungsgrade geringer aus bzw. verschwinde ganz.

"Die Brennstoffzelle ist daher keine Alternative zur Kraft-Wärme-Kopplung, sondern sie ist eine attraktive Alternative unter mehreren Möglichkeiten von Kraft-Wärme-Kopplung - wenn die Hausaufgaben der Kostensenkung gemacht werden", betont Martin Pehnt.