Sicherheitskonzept gefordert

Polizeigewerkschaft: Atomkraftwerke nicht terrorsicher

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält die Atomkraftwerke in Deutschland für nicht sicher vor Terrorangriffen. Szenarien wie gezielten Flugzeugabstürzen, Raketenangriffen mit mobilen Trägersystemen und Cyber-Attacken auf die Computer-Netzwerke der Reaktoren stehe die Polizei hilflos gegenüber.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der stellvertretende Gewerkschaftschef Hermann Benker sagte der "Bild"-Zeitung (Onlineausgabe): "Die Polizei kann gezielte Terrorangriffe auf AKWs nicht verhindern." Die Sicherheitsbeamten könnten lediglich durch Präsenz abschrecken. Für eine permanente Sicherung aller deutschen Kernkraftwerke mit vielen Einsatzkräften fehle das Personal. Er forderte ein europäisches Sicherheitskonzept zum Schutz vor terroristischen Angriffen auf Atomkraftwerke, da die Frage der Anschlagssicherheit sämtliche Atommeiler in Europa betreffe und zentral koordiniert werden müsse.

Gefahr bei Terrorangriff auf AKW sei seit Jahren bekannt

Der Atomexperte der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Tobias Riedl, sagte dem Blatt: "Vor allem für die alten Reaktoren gilt: Sie halten einem gezielten Flugzeugabsturz nicht stand. Das belegen alle unsere Studien zu dem Thema." Er forderte einen endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland.

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte zum Schutz deutscher Reaktoren vor terroristischen Gefahren: "Es ist völlig unumstritten, dass unsere AKWs davor nicht sicher sind." Das sei bereits seit Jahren bekannt. Konsequenzen seien aber nicht gezogen worden.