Castor Transport

Polizei bereitet sich schon seit Monaten auf Einsatz in Gorleben vor

Großer Aufwand wird derzeit in Lüchow betrieben. Um den bevorstehenden Castor Transport abzusichern sind dort bereits tausende Polizisten im Einsatz. Die Vorbereitungen für den Einsatz laufen sogar schon seit Monaten. Die Polizei will so größere Störungen des Transportes unterbinden.

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Lüchow (dapd/red) - Zum bevorstehenden Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben werden in der Region mehrere Tausend Demonstranten erwartet, die den Transport stoppen wollen. Rund 16.000 Polizisten, die aus der ganzen Bundesrepublik zusammengezogen wurden, werden dann ebenfalls vor Ort sein um Störungen des Transports durch die Demonstranten zu verhindern. Der Einsatz der Polizei wird schon seit Monaten vorbereitet. Bereits im Sommer haben die Beamten trainiert, wie man Sitzblockaden auflöst und am besten auf Randalierer reagiert; auch wenn die Polizei mit einem generell "friedlichen Verlauf" der Proteste rechnet. Allerdings ist man sich auch bewusst, dass etwa die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durch die Bundesregierung nicht gerade zu einer ruhigeren Lage beitragen wird. "Deshalb haben wir mögliche Szenen vorher schauspielerisch nachgestellt", sagt Focko Wintels von der Polizei Osnabrück.

Umgebung wird weiträumig abgesichert, unter anderem mit Stacheldraht

Mit Stacheldraht, im Polizeijargon S-Draht genannt, wird derzeit unter anderem der Bahnhof Hitzacker gesichert. Der Bahnhof liegt auf der Bahnstrecke die der Castor Transport zum Verladebahnhof Dannenberg passiert. Täglich fahren etwa acht Regionalzüge durch den Bahnhof. Ab dem 5. November soll der Zugverkehr aber eingestellt werden. Bei der Polizei gilt der Bahnhof als "sensibler Punkt" - auch wenn es hier in der Vergangenheit zu keinen größeren Blockaden beim Castor Transport kam. Bei der Absperraktion muss die Polizei aber darauf achten, keine öffentlichen Wege zu blockieren. Einige Wege müssen wegen Jagdrechten in der Gegend, offen bleiben

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Zusatzaufwand auch für Unterbringung von Polizei und Pferden

Die Polizisten sind übrigens zumeist in relativ beengten Containern untergebracht. Da es im Wendland kaum Hotels gibt, werden die mobilen Schlafplätze bei jedem Castor-Einsatz errichtet. In ganz Deutschland gebe es deshalb derzeit keine Duschcontainer mehr zu mieten, heißt es von der Liegenschaftsverwaltung in Lüchow. Wie viele Container aber genau im Wendland errichtet wurden, will die Polizei wegen möglicher Rückschlüsse auf die Zahl der eingesetzten Beamten nicht verraten. Auch für die Pferde der Reiterstaffeln aus Hannover und Braunschweig wurden eigene Ställe in Neutramm gebaut. Noch bevor die elf Castorbehälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague die deutsche Grenze passiert haben, werden die Pferde ebenfalls für den Streifendienst am Erkundungsbergwerk und am Zwischenlager eingesetzt.