Optimistisch

Politiker sind überzeugt: Grüne Energie lohnt sich

Wie teuer wird der Ausbau erneuerbarer Energien wirklich? Bis 2050 soll der Anteil an erneuerbaren Energien auf 50 Prozent steigen, Ökostrom soll sogar 80 Prozent des Verbrauchs ausmachen. Diese ehrgeizigen Pläne gehen mit hohen Kosten einher. Doch immer mehr Politiker sind der Meinung, dass sich der Aufwand lohnt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) – Auch Schwarz-Gelb zeigt sich optimistisch, wie Spiegel Online berichtet. Ein Streitpunkt sind die Investitionen in neue Netze, Kraftwerke und Speicher, die mit dem Ausbau der regenerativen Energien nötig werden.

Massenproduktion wird Kosten senken

Juliane Rumpf (CDU), Umweltministerin von Schleswig-Holstein, argumentiert damit, dass ohnehin bis 2050 das Stromerzeugungssystem erneuert werden müsse. Eine ehrliche Berechnung müsse auch die Kosten für unterlassenen Klimaschutz und steigende Kosten für konventionelle Energieträger einschließen. Dieser Meinung ist auch ihr Kieler Kabinettskollege, Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU). Er ist überzeugt, dass die Kosten durch zunehmende Produktion erneuerbarer Energien bis Mitte des Jahrhunderts so weit sinken werden, dass sie mit denen für konventionelle Energien konkurrieren können.

Die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Tanja Gönner (CDU), sagt, die Energiewende werde es "zunächst nicht zum Nulltarif geben". Die Ziele seien aber auch von den Kosten her "realistisch". Es werde sich längerfristig auszahlen, auf moderne Umwelttechnologien zu setzen, wenn, wie zu erwarten, die Kosten für die fossilen Energien mit dem weltweit wachsenden Energiehunger weiter steigen. Auch de Jager weist auf das voraussichtliche Ende der Erdölvorräte hin, die bis 2050 längst erschöpft seien.

Beispiel Morbach: Ökostrom auf dem Vormarsch

Gregor Eibes, Bürgermeister der Hunsrück-Gemeinde Morbach, setzt sich mit großem Erfolg für erneuerbare Energien in seinem Bezirk ein. Für die CDU hat er bei der letzten Kommunalwahl 42 Prozent geholt. Die "Energielandschaft Morbach" erzeugt schon mehr als drei Mal so viel Ökostrom, als die 4000 Haushalte der Gemeinde verbrauchen. "Nun wollen wir mit einem Dutzend Windanlagen der neuesten Generation auch den Bedarf unserer Unternehmen decken", sagt Eibes. Als nächstes will Eibes die noch größere Herausforderung annehmen, den Wärmebedarf regenerativ zu decken.

Laufzeitverlängerung könnte Erfolg gefährden

Zum Problem könnte allerdings die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke werden. Eibes fürchtet um die Fortsetzung des Booms um erneuerbare Energien. Es bestehe die Gefahr, dass die Deutschen sich, statt in Effizienz und Öko-Energien zu investieren, darauf ausruhen, dass ja noch genug Atomstrom da sei.