Verantwortung

Politik fordert sinkende Energiepreise

Während die Versorger selbst den Verbrauchern in den vergangenen Tagen wenig Hoffnung auf sinkende Strompreise gemacht haben, fordern jetzt führende Regierungspolitiker Strompreissenkungen. Die Energieversorger dürften nicht nur bei Preissteigerungen schnell reagieren.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp) - Angesichts fallender Großhandelspreise für Strom und Emissionsrechte haben führende Koalitionspolitiker von den Energiekonzernen umfassende Strompreissenkungen verlangt. "Wir fordern die Konzerne auf, die Preissenkungen an die Kunden weiter zu geben", sagte beispielsweise Umwelt-Staatssekretär Michael Müller (SPD) der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).

Unterstützung bekam er auch von SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber. Er sagte, es gebe jetzt Spielraum nach unten. Die Energieversorger dürften nicht nur Preissteigerungen sondern müssten auch Kostensenkungen schnell an die Kunden weiter geben. "Wir brauchen jetzt eine schnelle Entlastung der Haushalte", so Kelber. Hintergrund der Forderungen sind die jüngst deutlich gefallenen Preise für Emissionszertifikate, die zum Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid berechtigen. Parallel dazu sanken auch die Großhandelspreise für Strom.

Auch in der Union wird der Ruf nach Strompreissenkungen laut. "Der Preiseinbruch bei den Emissionsberechtigungen muss sich auch in sinkenden Strompreisen für die Verbraucher niederschlagen", sagte etwa die stellvertretende Unions-Fraktionschefin, Katherina Reiche (CDU). Sie forderte die Konzerne ferner auf, ihre laufenden Anträge auf neuerliche Preiserhöhungen zurück zu nehmen, falls die Zertifikatspreise auf dem derzeit niedrigen Niveau blieben. "Sinkende Strompreise hätten eine wichtige Signalfunktion für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands", betonte Reiche. Die Energieversorger seien hier in der Verantwortung.

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Union, Julia Klöckner, appellierte an die Länder, die Anträge nicht zu genehmigen. "Auch die Verbraucher müssen von dem Preistrend an der Strombörse profitieren", forderte Klöckner.