"Renaissance der Kernenergie"

Pofalla: Grüne denken bei Atomkraft um - Grüne widersprechen

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat sich erneut für längere AKW-Laufzeiten ausgesprochen. Selbst die Grünen würden inzwischen "unter vier Augen" zugeben, dass der unter der rot-grünen Bundesregierung vereinbarte Atomausstieg "unter den jetzigen Gegebenheiten" falsch gewesen sei. Die Grünen sagen dazu: "Pofalla lügt!"

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Berlin (ddp/sm) - Pofalla appellierte an die Grünen, ihre Bedenken am Atomausstieg nicht nur "hinter verschlossenen Türen", sondern auch öffentlich zu sagen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast wies die Darstellung umgehend zurück. "Pofalla lügt! Wir Grüne halten ohne Wenn und Aber an der Notwendigkeit des Atomausstiegs fest", unterstrich Künast. Ihre Partei werde den Kampf für den Ausstieg aus der Atomenergie weiterführen. Die Vorfälle im Atommülllager Asse II zeigten, "dass wir den atompolitischen Irrweg eher schneller beenden müssen.". Künast warnte Merkel, den Atomkonsens aufzukündigen.

Pofalla warb im ARD-Morgenmagazin einmal mehr für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke und sprach von einer "Renaissance der Kernenergie" in Europa. Finnen, Briten, Schweizer und Italiener planten neue Kernkraftwerke. Deutschland dagegen sei das einzige Land in Europa, das den Weg des Ausstieges gehe. Angesichts der steigenden Energiepreise, der Abhängigkeit vom Öl und des Klimawandels sei eine Verlängerung der Laufzeiten für die "sichersten Kernkraftwerke" Europas in Deutschland erforderlich.

Dies würde zu zusätzlichen Gewinnen der Energieversorger führen, die dann eine Senkung der Strompreise bedeuten könnten. Zudem solle ein Teil der Gewinne in die Erforschung erneuerbarer Energien fließen.

Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) plädierte unterdessen für den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland. Verbandspräsident Anton Börner sagte der "Bild"-Zeitung, mit zusätzlichen Kernkraftwerken könne das Energieangebot steigen. So könne Strom wieder billiger werden.