Innovationslabor für CO2-Abscheidung

Platzeck verteidigt Pläne zur weiteren Braunkohle-Förderung

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat die Pläne zur weiteren Braunkohle-Förderung in der Lausitz verteidigt. Die Braunkohle-Industrie sei "integraler Bestandteil der brandenburgischen Volkswirtschaft", betonte der Regierungschef zum Auftakt eines energiepolitischen Dialogs in Forst.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Es lebten zahlreiche Menschen mit und von der Braunkohle. Ohne den fossilen Energieträger sei zudem derzeit keine Versorgungssicherheit denkbar. Aus Sicht von Platzeck bringt es nichts, zwei Braunkohle-Kraftwerke in der Lausitz abzuschalten, während in Nordrhein-Westfalen, China oder Indien neue gebaut werden. Vielmehr müsse Brandenburg mit seinen laufenden Werken ein "Innovationslabor" für eine klimafreundliche Braunkohle-Verstromung werden.

Entscheidend seien Erfolge bei der Entwicklung der Technik zur CO2-Abscheidung. Diese Entwicklung treibe der Energiekonzern Vattenfall in der Lausitz voran. Wenn die Anlage eines Tages funktioniere, könne Brandenburg seinen CO2-Ausstoß erheblich vermindern und zugleich eine weltmarktfähige Technik exportieren. Das wäre der globale und wirksamste Beitrag des Landes zum Klimaschutz.

Platzeck fügte hinzu, zugleich stehe die Erschließung erneuerbarer Energiequellen ganz oben auf der Tagesordnung. Bereits heute sei Brandenburg bundesweit führend in Sachen Windenergie und Biomasse. Vielversprechend seien auch Solarenergie und Geothermie.

Der Ministerpräsident plädierte dafür, die industriepolitischen Vorstellungen für die Lausitz klarer zu formulieren und neue Ideen umzusetzen. Ökologische Industriepolitik sei erfolgreich, wenn Forschung und Entwicklung weiter verstärkt würden. Für die Lausitz sollten konkrete Perspektiven als Industrieregion entwickelt werden, die wissenschafts- und forschungsbasiert seien.