Streitpunkt Windkraft

Platzeck: Keine Energieerzeugung ist ohne Belastungen

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat um eine höhere Akzeptanz für erneuerbare Energien geworben. Es sei eine der größten Herausforderungen überhaupt, Energie zu erzeugen, ohne die Welt kaputt zu machen, sagte er im Landtag in einer Aktuellen Stunde zum Thema Windkraft.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/red) - Es gebe keine Alternative zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Das sei jedoch ein Härtetest für die Demokratie, denn es gebe bei jeder Energieart Belastungen für die Menschen oder den Naturschutz.

Keine Energieerzeugung ohne Belastungen

Platzeck verwies auf Spiegelungen, die von Solaranlagen verursacht werden, oder den Schatten, den Windräder werfen. Auch entstünden Energieanlagen meist dort, wo keine Verbraucher wohnten. Deshalb gebe es das Problem, dass Leitungen verlegt werden müssen. Der Regierungschef unterstrich: "Energie muss erzeugt werden. Das geht nicht ohne Belastungen für den Einzelnen." Allerdings müssten in jedem Fall die Interessen abgewogen werden.

Streitpunkt: Abstand von Windanlagen zu Wohngebieten

Der Landtag sollte am Nachmittag einen Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU verabschieden, mit dem ein Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnsiedlungen von 1000 Meter empfohlen wird. Eine Volksinitiative macht sich derzeit für einen Mindestabstand von 1500 Metern stark. Nach Angaben der Landesregierung sind jedoch bei einem solchen Abstand die Ziele der Energiestrategie 2020 nicht zu erreichen.

Mehr erneuerbare Energien in Brandenburg

Das Papier sieht vor, den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch auf 20 Prozent auszuweiten. Dazu sollen verstärkt Solar-, Biomasse- und Windkraftanlagen errichten werden. Bei der Windkraft ist eine Verdoppelung der Windeignungsflächen von derzeit einem auf knapp zwei Prozent der Landesfläche geplant. Damit könnten sich 2020 auf 555 Quadratkilometern Windkraftanlagen befinden.