Kritik von Naturschützern

Platzeck hält an Strom aus Braunkohle fest

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat Forderungen nach einem Ausstieg aus der Braunkohle-Energie zurückgewiesen, da die Auswirkung der beiden brandenburgischen Kraftwerke auf das Klima enorm gering sei. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte die Äußerungen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-lbg/sm) - "Ob wir in Brandenburg unsere beiden Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe schließen, hat auf das Weltklima ungefähr so viel Auswirkungen, als ob in China ein Sack Reis umfällt", sagte Platzeck in einem am Montag veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu". Andererseits habe Brandenburg den größten Technologievorsprung europaweit, was die künftige klimaverträgliche Braunkohle-Verstromung angehe.

Zur Rettung des Weltklimas müsse der weltweite Strombedarf bis zum Ende dieses Jahrhunderts zwar "weitgehend mit erneuerbaren Energien" gedeckt werden, sagte Platzeck. Bis dahin sei jedoch ein sorgfältiger Umgang mit "den wenigen heimischen Energieträgern" nötig. "Wir brauchen bezahlbare Energie - für die Privathaushalte, aber auch für die Industrie. Die geht sonst weg", betonte er.

Platzeck ignoriere Brandenburgs Verantwortung für den Klimaschutz, sagte der NABU-Landesvorsitzende Tom Kirschey in Potsdam. Brandenburg gehöre zu den schlimmsten Klimasündern. Durch seine Braunkohle-Kraftwerke fabriziere das Bundesland pro Kopf mehr CO2 als die USA. Die Volksinitiative "Keine neuen Tagebaue" trete deshalb für einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung ein.

Auch der Umweltexperte der CDU-Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, warnte davor, die Klimaschäden durch Braunkohle zu verharmlosen. Die Klimaziele, die sich die Landesregierung setzt, würden durch solche "bagatellisierenden Äußerungen" unglaubwürdig. Dombrowski sagte, auch er stehe hinter der Braunkohleverstromung. Das gelte aber nur, wenn Umweltauswirkungen erheblich gesenkt werden.