Abwärtsspirale

Platzeck hält an Atomausstieg fest

Beim Parteitag der baden-württembergischen Kollegen hat SPD-Chef Matthias Platzeck erneut klar gemacht, dass der Ausstieg aus der Kernenergie nicht zur Diskussion stehe. Das CDU-Argument, Strom würde ohne Kernenergie noch teurer, wies er mit Blick auf die aktuelle Lage als "Humbug" zurück.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart (ddp/sm) - SPD-Chef Matthias Platzeck weist die Forderungen aus der Union nach einer Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken mit Nachdruck zurück. Wer heute Laufzeiten verlängern wolle, wolle morgen neue Atomkraftwerke bauen, warnte Platzeck am Samstag bei einem Parteitag der baden-württembergischen SPD in Stuttgart. Dies werde es mit der SPD nicht geben, machte er klar.

Den Ministerpräsidenten Hessens und Baden-Württembergs, Roland Koch und Günther Oettinger (beide CDU), warf Platzeck vor, die "Speerspitze" der Bewegung zu bilden, die zur "teuersten und gefährlichsten" Energieform in der Geschichte der Menschheit zurück wolle. Das Argument von Unionspolitikern, ohne Atomenergie werde der Strom teurer, wies der SPD-Chef als "Humbug" zurück. Die Atomkraftwerke seien noch angeschaltet, und der Strom sei jetzt teuer.

Platzeck warnte auch vor einer Abwärtsspirale bei der Einkommensentwicklung. Wenn die deutsche Wirtschaft wieder kräftig wachsen wolle, sei nicht weniger, sondern mehr soziale Ausgeglichenheit erforderlich. Notwendig seien Existenz sichernde Löhne, von denen die Menschen leben und ihre Kinder erziehen könnten. Der Standort Deutschland werde durch sinkende Einkommen geschwächt, mahnte Platzeck.